Zwei Schwestern. Ein letzter Sommer.
Und der Beginn von etwas ganz Neuem.
Hochsommer im französischen Baskenland – die Schwestern Emma und Agathe Delorme verbringen eine letzte Woche im Haus ihrer Grossmutter. Zwischen Erinnerungen an endlose Sommer, alten Verletzungen und der Sehnsucht nach Nähe bleibt ihnen nur wenig Zeit, um das Vergangene zu überwinden und neu zueinanderzufinden.
Mit feinem Gespür für die Zerbrechlichkeit menschlicher Beziehungen zeichnet Virginie Grimaldi ein ergreifendes Porträt von Familie, Zusammenhalt und der Kraft des Neubeginns.
Ein Roman, der berührt, Hoffnung schenkt und zeigt, wie Erinnerungen uns tragen – und wie Familie uns immer wieder zurück ins Leben holt.
Kundinnen und Kunden meinen
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Literatur
Bewertung aus Oschersleben am 28.06.2026
Bewertungsnummer: 3180290
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Das Buch nenne ich wahr Literatur. Es ist ein leises Buch, das aber unheimlich laut nachhallt und noch sehr lange zum Nachdenken anregt. Es geht um die Schwestern Emma und Agathe und ihre Beziehung zueinander. Dabei kommen auch unfreundliche Themen zu Wort, wie z.B. Gewalt. Durch Rückblenden kann man sich ein gutes Gesamtbild machen und versteht Zusammenhänge besser. Das Cover finde ich sehr gelungen. Es passt perfekt zum Inhalt. Die Figuren sind interessant angelegt und spannend. Auch die Schauplätze und Zeiten, in denen die Geschichte spielt, fand ich schön. Der Schreibstil war angenehm und flüssig. Ich fand das Buch sehr gut und empfehle es deshalb gerne weiter.
Unser Sommer endet nie
Sabine aus Köln am 24.06.2026
Bewertungsnummer: 3176740
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Zwar spielt der Roman im Sommer und entführt in das französische Baskenland, eine leichte Sommerlektüre ist er aber dennoch nicht.
Die Schwestern Emma und Agathe Delorme verbringen eine letzte gemeinsame Woche im Haus ihrer verstorbenen Großmutter. Fünf Jahre haben sich die beiden nicht gesehen, obwohl sie sich in der Vergangenheit sehr nahe waren. Nun müssen sie sich nicht nur der großen Lücke stellen, die die geliebte Großmutter hinterlassen hat, sondern auch ihrer eigenen Vergangenheit. Die Kindheit der Schwestern war geprägt von Verlust, Angst, Gewalt und psychischen Erkrankungen – eine schwere Last, bei der die ältere Emma stets die Rolle der Beschützerin für die fünf Jahre jüngere Agathe übernahm. Eine Aufgabe, die Emma gleichermaßen überforderte wie erfüllte und die schließlich zu der jahrelangen Trennung führte.
Der Aufbau des Romans hat mich von der ersten Seite an fasziniert und gefesselt. Die Handlung bewegt sich auf zwei Zeitebenen und wechselt zudem zwischen den Perspektiven der Schwestern Emma und Agathe. In der Gegenwart sind beide im Haus der verstorbenen Großmutter, die Vergangenheit beginnt bei der fünfjährigen Emma und führt den Leser chronologisch bis an den Punkt, an dem die Schwestern in der Gegenwart ankommen. Durcheinanderkommen kann man hier nicht, da die Kapitel der Vergangenheit nicht nur zeitlich durch die Überschrift eingeordnet sind, sondern weil zudem eine kursive Schrift verwendet wurde. Durch den geschickten Wechsel der Perspektiven habe ich die beiden Frauen nach und nach immer besser verstanden. Es baut sich eine emotionale Spannung auf, die mehr und mehr greifbar wurde. Von Anfang an lag etwas Unausgesprochenes in der Luft, und ich wollte unbedingt wissen, welches traumatische Ereignis dieses einst so eng verbundene Duo entfremdet hat.
Besonders gelungen ist die Zeichnung der Charaktere - beide Figuren haben eine enorme Tiefe mit spürbaren Ecken und Kanten. Emma wirkt auf den ersten Blick gefestigter; sie trägt ihre tiefen Verletzungen im Stillen und lässt sich kaum etwas anmerken. Es war rührend zu sehen, mit welcher Aufopferung sie in die Beschützerrolle schlüpft, bis sie irgendwann selbst nicht mehr kann.
Agathe bildet dazu das verletzliche, dennoch laute Gegenstück. Ihre Wut richtet sich mal nach außen, mal nach innen. Geprägt durch die häuslichen Erlebnisse, pendelt sie zwischen Depressionen und Borderline-Symptomatik, was es ihr fast unmöglich macht, Glück zuzulassen.
Trotz all dieser Unterschiede und der anfänglichen Distanz der beiden in der Gegenwart konnte ich das verborgene, unzertrennliche Band zwischen ihnen in jeder Sekunde spüren. Ich war beiden Figuren und ihrem Schicksal unheimlich nah.
Der Schreibstil der Autorin ist lebendig, gefühlvoll und absolut angemessen. Die Autorin verzichtet bei den tragischen und schlimmen Erlebnissen auf ein detailreiches Auserzählen – und gerade durch diese feinfühlige Zurückhaltung wusste ich genau, wie schwer das Gezeigte wiegt. Das späte Auflösen des Konfliktes mündet in ein trauriges, aber für mich dennoch versöhnliches Ende, da es den Blick nach vorne richtet.
Für mich ist dieses Buch definitiv keine leichte Urlaubslektüre, sondern ein tiefgehender Roman, der trotz der schweren Themen leicht zugänglich bleibt und mich sehr berührt hat.
Mein Fazit
Ein emotional aufwühlender und psychologisch feinfühliger Roman über Geschwisterliebe, Traumata und Vergebung. Durch den geschickten Wechsel der Zeitebenen baut sich eine fesselnde Dynamik auf, die mich ganz nah an die vielschichtigen Figuren herangelassen hat. Keine leichte Kost für zwischendurch, dennoch eine absolut empfehlenswerte Lektüre, die im Nachgang noch lange Zeit zum Nachdenken anregt.