Diskriminierende Wirkungen der Nichtvergabe von Zeugnisnoten in Vorbereitungsklassen Eine kritische Überprüfung der baden-württembergischen Regelungen
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Produktdetails
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Nein
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Nein
Erscheinungsdatum
22.12.2025
Verlag
GRINSeitenzahl
(Printausgabe)
Dateigröße
5547 KB
Sprache
Deutsch
EAN
9783389170625
Am Ende des Halbjahres erhalten die Lernenden eine Halbjahresinformation und zum Schuljahresende ein Zeugnis. Im Gegensatz zu ihren Mitschülerinnen und Mitschülern in Regelklassen haben Schülerinnen und Schüler in Vorbereitungsklassen jedoch keinen Anspruch auf Ziffernnoten.
Was zunächst als wohlwollende Massnahme erscheint, kann sich in der Praxis als problematisch erweisen. Wie Bourdieu mit dem Begriff des "institutionalisierten kulturellen Kapitals" beschreibt, fungieren Zeugnisse als Machtinstrumente, die Bildungs- und Ausbildungswege eröffnen oder versperren können. Gerade weiterführende Schulen und Ausbildungsstätten sind auf klare Leistungsrückmeldungen angewiesen.
Neben ihrer Selektions- und Zugangsfunktion erfüllen Zeugnisse weitere zentrale Aufgaben: Sie informieren Lernende und Erziehungsberechtigte über den aktuellen Leistungsstand und geben eine Prognose für den weiteren Bildungsweg.
Durch den Verzicht auf Noten zugunsten von Verbalbeurteilungen fällt es Lernenden in Vorbereitungsklassen sowie ihren Erziehungsberechtigten jedoch häufig schwer, die Leistungen realistisch einzuschätzen. Die noch nicht vollständig ausgebildeten Deutschkenntnisse und der oftmals beschönigende pädagogische Fachjargon erschweren das Verständnis. Dies kann dazu führen, dass Lernende ihre Anstrengungen reduzieren, weil sie ihre Leistungen überschätzen. Umgekehrt sind auch Fehlinterpretationen durch Erziehungsberechtigte möglich, die Verbalbeurteilungen als Umschreibung schlechter Leistungen deuten und entsprechend reagieren. Ziffernnoten bieten hier den Vorteil, dass sie leicht zugänglich, vergleichbar und für alle Beteiligten eindeutig verständlich sind.
Die vorliegende Arbeit nimmt dieses Spannungsfeld in den Blick und erörtert mögliche alternative Lösungsansätze.
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