Von den verschiedenen schriftstellerischen Werken Einhards ist das Leben Karls des Grossen zwar nicht das umfangreichste, aber dasjenige, welches ihm seinen Ruhm begründet hat. Er schrieb es als gereifter Mann, etwa im 45sten Jahre seines Lebens, in der nächsten Zeit nach Karls Tode, jedenfalls noch vor dem Jahr 820, wie daraus hervorgeht, dass es schon im Jahr 821 unter den Büchern des Klosters Reichenau angeführt wird. Der Inhalt der Schrift trug nicht minder als die Trefflichkeit ihrer Form dazu bei, dass sie gleich bei ihrem Erscheinen die allgemeine Aufmerksamkeit und Bewunderung aus sich zog und das ganze Mittelalter hindurch das beliebteste und gelesenste Buch blieb. Damit hängt es denn auch zusammen, dass sie, wie nicht leicht ein anderes Buch, von späteren Schriftstellern teils ausgeschrieben, teils nachgeahmt wurde, so noch zu Einhards Lebzeiten von den Geschichtschreibern Kaiser Ludwigs und den Chronisten von Fulda und Fontenelle. Unter König Arnulf machte ein Sachse, gewöhnlich der Poeta Saxo genannt, eine metrische Umschreibung von Karls Leben in Distichen; und noch im zwölften Jahrhundert nahm es Rahewin bei seiner Schilderung Kaiser Friedrichs I. zum Vorbild.
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