Helen Cartwright ist 83 Jahre alt und hat keine grossen Erwartungen mehr an ihre Zukunft. Doch eines Tages tritt das Schicksal in Form einer Maus in ihr Leben. Nach und nach, in kleinen Schritten, wagt sie unfreiwillig einen Neuanfang.
Mit grossem Gefühl erzählt Simon Van Booy von der aussergewöhnlichen Freundschaft zwischen einer Witwe und einer Maus, und erinnert uns daran, dass es immer zweite Chancen geben kann.
Nach sechzig Jahren in Australien kehrt Helen Cartwright in den kleinen Ort in der Nähe von Oxford zurück, in dem sie geboren wurde. Sie kauft ein kleines Haus mit senfgelber Tür und führt ein zurückgezogenes Leben: Jeder Tag eine Wiederholung des vorherigen, als ob es sogar für den Tod eine Warteschlange gäbe. Doch dann nimmt Helens Leben eine plötzliche Wendung, als ein unerwarteter Gast in Form einer gutmütigen Maus auftaucht. Ihre anfänglichen Versuche, die Maus wieder loszuwerden, führen sie in den Tierhandel, die Bibliothek, den Eisenwarenladen. Während die Maus in der Küchenspüle aus einem kleinen Flaschendeckel trinkt, tritt Helen wieder in Kontakt mit ihren Nachbarn - und begibt sich auf eine unerwartete Reise zurück zu sich selbst. Denn egal, was wir für uns geplant haben: Manchmal hat das Leben seine eigenen Pläne.
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Eine berührende Geschichte über Verlust und Neubeginn
bookloving am 12.06.2026
Bewertungsnummer: 3166230
Bewertet: Hörbuch-Download
Mit seinem Debüt „Eine Maus namens Merlin“ ist Simon Van Booy ein herzerwärmender Wohlfühlroman gelungen, der mit erfrischender Leichtigkeit von Einsamkeit, schmerzlichen Verlusten und der Bedeutung der kleinen, oft unscheinbaren Momente im Leben erzählt. Zugleich macht er deutlich, dass Neuanfänge selbst im hohen Alter möglich sind. Feiner Humor, zart verwobene Melancholie und ein hoffnungsvoller Ausklang verbinden sich zu einer angenehm entschleunigenden und wunderbar einfühlsamen Erzählung.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 83-jährige Witwe Helen Cartwright, die nach sechzig Jahren in Australien in ihren Geburtsort nahe Oxford zurückkehrt und dort sie ein kleines, möbliertes Haus bezieht. Helens Alltag erschöpft sich in immer gleichen Routinen, geprägt von selbstgewählter Einsamkeit, Resignation und dem bewussten Verdrängen schmerzhafter Erinnerungen an die Menschen, die sie verloren hat – fast so, als warte sie nur noch auf das Ende ihres Lebens. Doch das unerwartete Auftauchen einer kleinen, zutraulichen Maus in ihrem Haus durchbricht diese Erstarrung und bringt Bewegung in ihr zurückgezogenes Leben.
Zunächst empfindet Helen die Anwesenheit des kleinen Wesens noch als lästige Störung und setzt alles daran, es möglichst schnell wieder loszuwerden. Doch notwendige Besorgungen im Tierhandel, in der Bibliothek und im Eisenwarenladen führen sie Schritt für Schritt aus ihrer Isolation heraus und lassen sie erneut mit anderen Menschen in Kontakt treten.
Mit seinem einfühlsamen Erzählstil zeichnet Van Booy Helens zögerlichen Wandel gekonnt nach. Allmählich wächst ihr die kleine Mitbewohnerin, die sie Merlin nennt, ans Herz. Die ungewöhnliche Freundschaft schenkt ihrem eintönigen Alltag nicht nur Struktur, sondern auch neue Bedeutung. Eindringlich zeigt der Autor in seiner berührenden Geschichte auf, wie wichtig Menschlichkeit, Nähe und das Gefühl, gebraucht zu werden, für ein erfülltes Leben sind. Mit feinem Humor und viel Feingefühl erzählt er in episodischen Rückblicken auf Helens früheres Leben und eröffnet dabei berührende Einblicke in ihre innere Welt und ihre bemerkenswerte Persönlichkeit.
Mit seiner hochbetagten Protagonistin hat der Autor einen bemerkenswert vielschichtig angelegten Charakter geschaffen. Anfangs verschlossen und spröde, gewinnt sie zunehmend an Tiefe und Wärme, sodass sie einem schnell ans Herz wächst und sorgt zum Ende hin sogar für einige überraschende Momente.
Trotz der insgesamt ruhigen Handlung gelingt es Van Booy, den Spannungsbogen spürbar zu verdichten und die Geschichte mit einem stimmigen, nachdenklichen Schluss ausklingen zu lassen.
ZUM HÖRBUCH
Schauspielerin Frauke Poolman ist eine eindrucksvolle Umsetzung dieses zauberhaften Wohlfühlromans gelungen. Mit angenehmer Stimme und ihrem ruhigen Vortrag zieht sie uns mühelos in die leicht melancholische Geschichte hinein. Von beschaulichen Momenten, über feine Ironie bis hin zu humorvollen Episoden versteht sie es, die unterschiedlichen Stimmungen durch variierendes Sprechtempo und nuancierte Betonung lebendig einzufangen. Dabei gelingt es ihr immer wieder, uns ein sanftes Schmunzeln zu entlocken.
Insgesamt überzeugt Poolman mit einer exzellenten Lesung, die ein ebenso unterhaltsames wie herzerwärmendes Hörerlebnis bietet.
FAZIT
Eine stille, berührende Wohlfühlgeschichte über Einsamkeit, Verlust, die Magie unerwarteter Begegnungen und späte Neuanfänge.
Der neue Mitbewohner
Lesenswert aus Bielefeld am 22.03.2026
Bewertungsnummer: 3084928
Bewertet: Hörbuch-Download
"Eine Maus namens Merlin" von Simon van Booy ist ein leises Hörbuch, das sich gut hören lässt. Es wird gelesen von Frauke Poolman.
Helen Cartwright kehrt nach 60 Jahren nach Oxford zurück, um dort ihren Lebensabend zu verbringen. Ihr Ehemann und ihr Sohn sind bereits verstorben. Ihr Tag besteht aus Tee trinken, langen Phasen in der Badewanne, etwas essen, fernsehen und viel Schlaf. Ansonsten lebt sie sehr zurückgezogen. Eines frühen Morgens beobachtet sie ihren Nachbarn, der einige Dinge für den Sperrmüll vor die Tür stellt. Kurzentschlossen nimmt sie ein Aquarium mit Inhalt mit in ihr Haus, da eine Figur darin sie an ihren Sohn erinnert. Was sie erst später merkt ist, dass mit diesem Aquarium auch eine kleine Maus mit einzieht. Sie will diese Maus loswerden, sämtliche Versuche scheitern. Dabei wächst ihr der kleine Mäuserich, dem sie den Namen Merlin gibt, immer mehr ans Herz.
Der Schreibstil des Autors hat mir gefallen. In leisen Tönen beschreibt er Helens Tagesablauf und ihre Gedanken. Merlin wird immer mehr Teil ihres Lebens und sorgt außerdem für Sozialkontakte. Der Roman vermittelt gut, wie einsam es im Alter zugehen kann und was ein Haustier bewirken kann. Eine durchaus berührende Schilderung. Besonders Merlin ist gut beschrieben. Einige Stellen im Roman ziehen sich allerdings doch sehr in die Länge, so wird z.B. sehr viel Tee zubereitet und getrunken. In England üblich, aber doch zu detailliert beschrieben.... Während des Lauschens gibt es immer wieder Situationen, die mich haben schmunzeln lassen. Helen kann ganz schön hartnäckig sein, aber ich will ja nicht spoilern. Das Ende der Geschichte war vorhersehbar, was mich aber nicht weiter gestört hat. Frauke Poolman liest wirklich gut und transportiert die Gefühle von Helen und ihrem (neuen) Umfeld.
Das Cover ist wirklich niedlich und passt auch zum Leben von Helen und Merlin. Ich habe die Geschichte um Helen und Merlin gerne gehört, Ein Roman, der sich gut nebenher hören lässt, aber manchmal auch zu viel überzeichnet. Wegen dieser Schwächen gibt es auch nur sehr gute 3 Sterne, gerundet auf 4. Weiterempfehlen kann ich den Roman trotzdem!