Deutscher Verzicht auf den chemischen Kampfmitteleinsatz im Zweiten Weltkrieg Ursachenforschung über den ausgebliebenen deutschen Einsatz von chemischen Waffen an der Kriegsfront und Diskursanalyse der existierenden Historikerhypothesen
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Erscheinungsdatum
18.02.2026
Verlag
GRINSeitenzahl
(Printausgabe)
Dateigröße
540 KB
Sprache
Deutsch
EAN
9783389177778
Bachelorarbeit aus dem Jahr 2024 im Fachbereich Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg, Note: 1,7, Universität Potsdam (Historisches Institut), Sprache: Deutsch, Abstract: Warum setzte das deutsche Militär im Verlauf des Zweiten Weltkrieges an der Kriegsfront keine chemischen Kampfmittel ein und wie können die verschiedenen Begründungsansätze gewichtet werden?
Diese Frage wollten auch schon die Alliierten direkt nach dem Kriegsende von Deutschland beantwortet wissen. Hermann Ochsner, ehemaliger General der Nebeltruppe, einem auf chemische Kriegsführung spezialisierten Teil der Wehrmacht, sollte diese Antwort liefern. Seine Aussagen und Angaben wurden in einem Buch zusammengefasst. Dieses Zeugnis gleicht jedoch eher einer Unschuldsbekundung als einer korrekten historischen Darstellung. Gerade wenn man die Aussagen mit seinen 1939 erschienenen Überlegungen zum Giftgas abgleicht, wird offensichtlich, dass man Ochsners Aussagen nach Kriegsende äusserst quellenkritisch betrachten muss.
Die einzige deutschsprachige Monografie, die sich der Fragestellung widmet, ist GELLERMANNS 1986 erschienenes Werk: "Der Krieg, der nicht stattfand". Wie jedoch auch schon das vorausgegangene englischsprachige Äquivalent von BROWN bezieht sich auch GELLERMANNS Buch zu grossen Teilen auf die Aussagen von OCHSNER und kann deshalb nicht in vollem Umfang als argumentativ tragbare Begründung gehandelt werden. Dieser Umstand ist auch nachfolgenden Historikern aufgefallen, die in ihren jeweiligen Ausarbeitungen im Themenkomplex chemische Kampfstoffe die Frage nach dem ausgebliebenen Gaseinsatz an der Front in einem jeweiligen Kapitel versuchten zu beantworten. Hervorzuheben sind dabei die Ausarbeitungen von GROEHLER 1989, EBBINGHAUS 1999, SCHMALTZ 2005, EBERLE sowie auch GARTZ 2014. Diese Werke zeigen, dass die Frage durchaus in der wissenschaftlichen Forschung rezipiert wird. Keiner der Beantwortungsversuche schafft es jedoch in seinem geringen Umfang, die Frage dezidiert zu beantworten und auch die Widersprüche innerhalb der verschiedenen Werke zeigen, dass nicht alle vorhandenen Quellen berücksichtigt wurden. Besondere Beachtung muss dabei den existierenden Primärquellen von Hitler, Goebbels und dem Chemiker Otto Ambros sowie den Aktenbeständen zu Planungen des Gaskrieges gelten. Die nachfolgende Abschlussarbeit versucht eine tragbare Begründung für den ausgebliebenen deutschen Einsatz von chemischen Kampfstoffen an der Front zu finden und untersucht deshalb einzeln die existierenden Historikerthesen.
Diese Frage wollten auch schon die Alliierten direkt nach dem Kriegsende von Deutschland beantwortet wissen. Hermann Ochsner, ehemaliger General der Nebeltruppe, einem auf chemische Kriegsführung spezialisierten Teil der Wehrmacht, sollte diese Antwort liefern. Seine Aussagen und Angaben wurden in einem Buch zusammengefasst. Dieses Zeugnis gleicht jedoch eher einer Unschuldsbekundung als einer korrekten historischen Darstellung. Gerade wenn man die Aussagen mit seinen 1939 erschienenen Überlegungen zum Giftgas abgleicht, wird offensichtlich, dass man Ochsners Aussagen nach Kriegsende äusserst quellenkritisch betrachten muss.
Die einzige deutschsprachige Monografie, die sich der Fragestellung widmet, ist GELLERMANNS 1986 erschienenes Werk: "Der Krieg, der nicht stattfand". Wie jedoch auch schon das vorausgegangene englischsprachige Äquivalent von BROWN bezieht sich auch GELLERMANNS Buch zu grossen Teilen auf die Aussagen von OCHSNER und kann deshalb nicht in vollem Umfang als argumentativ tragbare Begründung gehandelt werden. Dieser Umstand ist auch nachfolgenden Historikern aufgefallen, die in ihren jeweiligen Ausarbeitungen im Themenkomplex chemische Kampfstoffe die Frage nach dem ausgebliebenen Gaseinsatz an der Front in einem jeweiligen Kapitel versuchten zu beantworten. Hervorzuheben sind dabei die Ausarbeitungen von GROEHLER 1989, EBBINGHAUS 1999, SCHMALTZ 2005, EBERLE sowie auch GARTZ 2014. Diese Werke zeigen, dass die Frage durchaus in der wissenschaftlichen Forschung rezipiert wird. Keiner der Beantwortungsversuche schafft es jedoch in seinem geringen Umfang, die Frage dezidiert zu beantworten und auch die Widersprüche innerhalb der verschiedenen Werke zeigen, dass nicht alle vorhandenen Quellen berücksichtigt wurden. Besondere Beachtung muss dabei den existierenden Primärquellen von Hitler, Goebbels und dem Chemiker Otto Ambros sowie den Aktenbeständen zu Planungen des Gaskrieges gelten. Die nachfolgende Abschlussarbeit versucht eine tragbare Begründung für den ausgebliebenen deutschen Einsatz von chemischen Kampfstoffen an der Front zu finden und untersucht deshalb einzeln die existierenden Historikerthesen.
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