Ob bewusst oder unbewusst, direkt oder indirekt, entsteht über den Text eine Beziehung zwischen einem Schriftsteller und seinem Leser. Sobald sich der Schriftsteller seiner Rolle und der Verbindung zum Leser bewusst wird, sind seine Erzählstrategien kein Zufall mehr, sondern vielmehr Antworten auf die vielfältigen Bedürfnisse und Erwartungen des Lesers. Sich zu fragen, ob "die Literatur die Aufgabe hat, den Leser zum Nachdenken über moralische, politische oder soziale Probleme anzuregen", bedeutet, sich mit den Funktionen der Literatur auseinanderzusetzen und dabei nicht nur die Ziele des Schriftstellers, sondern auch die Rolle des Lesers zu berücksichtigen. Jeder literarische Text muss zwangsläufig eine Rolle spielen und auf natürliche Weise eine bestimmte soziale Funktion erfüllen (unterhaltsam, lebensnah, pädagogisch usw.). Diese Funktionen lassen sich je nachdem, ob man sich auf der Ebene der Schöpfung (Soziologie der Schöpfung) oder auf der Ebene der Rezeption (Soziologie der Rezeption) des literarischen Werks befindet, ausmachen.
Kundinnen und Kunden meinen
0.0/5.0
0 Bewertungen
Verfassen Sie die erste Bewertung zu diesem Artikel