Die 17-jährige Demi lebt als Ausgestossene vor den Toren von Werewolf City. Und obwohl sie sich nichts sehnlicher wünscht, als Teil eines richtigen Rudels zu sein, ist sie dazu verdammt, das Delphi College für verbannte magische Geschöpfe zu besuchen. Als Sawyer Hudson, Sohn des Alpha-Wolfs, plötzlich auftaucht und nach seiner Seelenverwandten sucht, ändert sich für Demi alles. Könnte sie Sawyers Mate und zukünftige Luna des Packs werden? Kurzerhand wird sie in die Stadt gebracht, um neben einigen anderen Wölfinnen um Sawyers Gunst zu eifern. Doch ihre Rückkehr entfesselt auch Demis Kräfte, die bisher unterdrückt wurden – und offenbart, was sie wirklich ist ...
Der Auftakt einer neuen Werwolf-Shifter-Romantasy von Spiegel-Bestsellerautorin Leia Stone
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
5/5
11.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Klischees, Insta-Attraction und Werwolf-Bachelor? Ich hätte skeptisch sein müssen. Stattdessen habe ich das Buch verschlungen.
Das war echt überraschend gut. Und zwar auf diese gefährliche Art, bei der man sich denkt: „Nur noch ein Kapitel“, und plötzlich ist das Buch vorbei und man sitzt mit diesem Ende da. Danke auch.
Dabei ist die Geschichte teilweise wirklich klischeehaft und an einigen Stellen durchaus vorhersehbar. Aber der angenehm leichte Schreibstil, das hohe Erzähltempo und vor allem die etwas andere Interpretation der Werwolf-Welt hatten eine enorme Sogwirkung auf mich. Ich wollte ständig wissen, was als Nächstes passiert und welche Geheimnisse noch ans Licht kommen.
Demis Familie wurde bereits vor ihrer Geburt aus Werewolf City verbannt, weshalb sie in der Menschenwelt aufgewachsen ist. An ihren Handgelenken trägt sie Manschetten, die verhindern sollen, dass sie sich verwandelt. Warum ihre Familie verbannt wurde und was genau hinter Demis Herkunft steckt, weiß sie selbst allerdings nur teilweise.
Dann taucht eines Tages Sawyer an ihrer Uni auf und holt sie kurzerhand nach Werewolf City, wo sie fortan eine Werwolf-Uni besuchen soll. Klingt erst einmal verhältnismäßig unkompliziert. Ist es natürlich nicht. Denn Sawyer ist der zukünftige Alpha und darf diese Position nur antreten, wenn er eine geeignete Frau an seiner Seite hat. Und wie findet man die? Natürlich mit einer Art Werwolf-Bachelor. Mehrere Kandidatinnen, ein zukünftiger Alpha und Demi mittendrin. Was könnte schon schiefgehen?
Demi ist dabei natürlich anders als die anderen Frauen. Sowohl optisch als auch hinsichtlich ihrer Fähigkeiten und der Geheimnisse rund um ihre Existenz, von denen sie selbst zunächst nichts ahnt. Diese wurden nach und nach aufgedeckt und haben für mich einen großen Teil der Spannung ausgemacht. Immer wenn ich dachte, jetzt hätte ich ungefähr verstanden, was mit ihr los ist, kam die nächste Information dazu.
Besonders mochte ich ihre offene Art. Demi nimmt wirklich kein Blatt vor den Mund, lässt sich nicht einfach einschüchtern und besitzt genau die richtige Portion Schlagfertigkeit, ohne dabei dauerhaft aufgesetzt tough wirken zu müssen. Gleichzeitig trägt sie ein schweres Trauma mit sich.
Triggerwarnung: Demi wurde einige Jahre zuvor vergewaltigt. Die Tat selbst wird nicht detailliert beschrieben, sondern lediglich thematisiert. Dennoch beeinflusst das Erlebte verständlicherweise ihr Verhalten und insbesondere ihren Umgang mit körperlicher Nähe.
Und dann wäre da Sawyer. Ich mochte ihn wirklich sehr. Er ist absolut liebenswert und erstaunlich süß dafür, dass er eigentlich der zukünftige mächtige Alpha sein soll. Die Insta-Attraction beziehungsweise der deutliche Insta-Love-Vibe ist von Anfang an vorhanden und normalerweise wäre das genau der Punkt, an dem ich innerlich schon leicht die Augen verdrehe. Hier hat es mich überraschenderweise überhaupt nicht gestört. Vielleicht auch, weil ihre Beziehung lange sehr süß und harmlos bleibt und Sawyer Demis Grenzen respektiert.
Wer hier übrigens auf große Spice-Eskalationen wartet, kann sich wieder anziehen. Es gibt eine kleine spicy Szene, die gefühlt nach drei Sätzen bereits erledigt ist und deutlich mehr andeutet als tatsächlich beschreibt. Für mich hat das aber wunderbar zur Geschichte und vor allem zu Demi gepasst.
Anfangs hatte ich außerdem große Hoffnung auf eine richtig ausgeprägte Found Family. Ganz erfüllt wurde die leider nicht. Statt einer größeren Gruppe kristallisiert sich hauptsächlich eine enge Freundin für Demi heraus. Dafür mochte ich diese Freundschaft umso mehr, denn die beiden passen wirklich hervorragend zusammen. Gerade diese unkomplizierte Unterstützung und Loyalität zwischen ihnen hat mir sehr gefallen.
Was mich allerdings am meisten überrascht hat, waren einige Entwicklungen, die ich tatsächlich nicht kommen gesehen habe. Neben bekannten Werwolf-Elementen werden verschiedene Völker, Gruppierungen und Hierarchien eingeführt, deren Verbindungen untereinander zunehmend wichtiger werden. Gerade die Frage, wie diese Gruppen miteinander zusammenhängen und welche Rolle Demi darin spielt, fand ich richtig spannend. Dadurch bekam die Geschichte für mich deutlich mehr Eigenständigkeit, als ich nach dem eher klassischen Ausgangspunkt erwartet hatte.
Ganz perfekt war es trotzdem nicht. Zwischendurch gab es einige Wort-, Informations- und Gedankenwiederholungen, die irgendwann auffielen. Manche Dinge hätte ich wirklich auch nach dem ersten oder zweiten Mal noch gewusst. Mein Gedächtnis ist nicht hervorragend, aber ganz so verzweifelt ist die Lage dann doch noch nicht. Auch manche Entwicklungen folgen bekannten Mustern und lassen sich relativ früh erahnen.
Das Ende hingegen hat mich erwischt. Die Ereignisse überschlagen sich plötzlich ziemlich stark und im ersten Moment war mir das Tempo fast zu hoch. Im Nachhinein passt diese Hektik allerdings durchaus zur Situation und hat dafür gesorgt, dass ich die letzten Seiten praktisch inhaliert habe. Und dieser Cliffhanger? Unverschämt. Einfach unverschämt.
4,5 Sterne ⭐️ für einen überraschend fesselnden Auftakt mit einer sympathischen Protagonistin, einem sehr liebenswerten Love Interest, interessanten Geheimnissen und einer Werwolf-Welt, die vertraute Elemente mit einigen unerwarteten Ideen verbindet. Trotz Klischees, Wiederholungen und gelegentlicher Vorhersehbarkeit hatte ich einfach unglaublich viel Spaß beim Lesen. Und nach diesem Ende ist Band 2 für mich sowieso keine Frage mehr.