Wir sagen uns Dunkles

Die Liebesgeschichte zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan

Helmut Böttiger

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Beschreibung


Die Geschichte einer unmöglichen Liebe

Sie waren wie die Königskinder, die nicht zueinander finden konnten: Ingeborg Bachmann und Paul Celan, zwei der einflussreichsten Dichter der deutschen Nachkriegszeit. Sie kannten und liebten sich fast ihr Leben lang, hielten es jedoch nicht miteinander aus – zu unvereinbar der biografische Hintergrund, zu gross die gegenseitig zugefügten Verletzungen, zu sehr hatten sie ihr Leben der Dichtung verschrieben.

Der vielfach ausgezeichnete Literaturkritiker Helmut Böttiger erzählt die dramatische Liebesgeschichte, die bis nach Celans Tod geheim blieb, nun zum ersten Mal in ihrer gesamten Chronologie.

Mit zahlreichen Abbildungen

Ausstattung: mit Abb.

»… die Liebesgeschichte dieser beiden Dichter gehört zu den dramatischsten und folgenreichsten Begebenheiten der deutschen Literatur nach 1945«

Helmut Böttiger ist einer der renommiertesten Literaturkritiker des Landes. Er war als Literaturredakteur u. a. bei der Frankfurter Rundschau tätig und lebt seit 2002 als freier Autor und Kritiker in Berlin. 1996 erhielt er den Ernst-Robert-Curtius-Förder-Preis für Essayistik, 2012 den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik. Für sein Buch »Die Gruppe 47« wurde er mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2013 ausgezeichnet.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Erscheinungsdatum 25.11.2019
Verlag Pantheon
Seitenzahl 272
Maße (L/B/H) 20/12.5/2.7 cm
Gewicht 321 g
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-570-55416-6

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Porträt einer nicht lebbaren Liebe
von Sandra von Siebenthal aus Romanshorn am 17.05.2021

„Sie verbrachten nur sechs Wochen gemeinsam in Wien, (…) Aber diese sechs Wochen sind der rätselhafte Kern ihrer Beziehung, ihr privater Mythos und der Quell unzähliger späterer Zuschreibungen. Beim ersten Treffen im Mai 1948 war Ingeborg Bachmann knapp 22, Paul Celan siebenundzwanzig. Ingeborg Bachmann war in der Literat... „Sie verbrachten nur sechs Wochen gemeinsam in Wien, (…) Aber diese sechs Wochen sind der rätselhafte Kern ihrer Beziehung, ihr privater Mythos und der Quell unzähliger späterer Zuschreibungen. Beim ersten Treffen im Mai 1948 war Ingeborg Bachmann knapp 22, Paul Celan siebenundzwanzig. Ingeborg Bachmann war in der Literaturszene noch nicht mit eigenen Werken bekannt, Paul Celan war schon weiter, war es ihm doch gelungen, in kurzer Zeit in der literarischen Szene Wiens Fuss zu fassen. Schon wenige Tage nach dem ersten Treffen schwärmte Ingeborg Bachmann in Briefen von dem „bekannten Lyriker“, welcher ein Auge auf sie geworfen habe. Sechs Wochen später reiste Paul Celan weiter nach Paris und liess nicht nur Wien, sondern auch Ingeborg Bachmann hinter sich. Helmut Böttiger erzählt die Liebesgeschichte von „zwei Königskindern, die nicht zueinander finden konnten“. Obwohl von Anfang an eine Anziehung da war, sie auch zeitlebens nicht wirklich voneinander loskamen, war ein Zusammenleben als Paar nicht möglich. Die Gründe dafür sind wohl vielfältig: Anfangs stand Paul Celans Opferrolle im Zweiten Weltkrieg und Ingeborg Bachmanns Herkunft als Tätertochter im Raum, Unsicherheiten auf verschiedenen Ebenen machten alles sicher nicht einfacher. „Vielleicht täusche ich mich, vielleicht ist es so, dass wir einander gerade da ausweichen, wo wir einander so gerne begegnen möchten, vielleicht liegt die Schuld an uns beiden. (Paul Celan) Dazu trafen hier zwei sehr sensible Menschen aufeinander, welche sich beide der Kunst verschrieben haben, und diese an oberste Stelle stellten. Die jeweilige Identifikation mit dieser Kunst machte jede kritische Äusserung zu dieser zu einem persönlichen Angriff. „Ich liebe dich und ich will dich nicht lieben.“ (Ingeborg Bachmann) Wirklich getroffen haben sich Ingeborg Bachmann und Paul Celan nicht oft. Nach der ersten Begegnung am 16. Mai 1948 und den Wochen in Wien sahen sie sich erst zwischen Oktober und Dezember 1950 wieder in Paris, sie übten das Zusammenleben, welches aber nicht klappt und beide frustriert zurück lässt. Ein nächstes Wiedersehen erfolgt Februar/März 51. Waren zwischen diesen Treffen noch sporadisch Briefe geflossen, kam es dann zu einem langen Schweigen. „Du bist der Lebensgrund, auch deshalb, weil du die Rechtfertigung meines Sprechens bist und bleibst.“ (Paul Celan) Erst im Oktober 1957 kam es zu einem erneuten Treffen – und Paul Celan, mittlerweile verheiratet und Vater, verliebte sich vorbehaltslos in Ingeborg Bachmann und wollte alles aufgeben für ein Leben zusammen. Dieses Mal machte Ingeborg Bachmann den Rückzieher – sie wollte keine Ehe und Familie auseinander reissen. „Ich habe oft nachgedacht, ‚Corona‘ ist Dein schönstes Gedicht, es ist die vollkommene Vorwegnahme eines Augenblicks wo alles Marmor wird und für immer ist. Aber mir hier wird es nicht ‚Zeit‘. Ich hungre nach etwas, das ich nicht bekommen werde, alles ist falsch und schal, müde und verbraucht, ehe es gebraucht wurde.“ Wenn sie sich auch nicht oft sahen, sogar die Briefe zeitweise ausblieben, sie verloren sich nie wirklich, hielten gegenseitige Bezüge in ihren Werken aufrecht, webten so ein Band weiter, das sie aneinander knüpfte. Am 2. Juli 1958 kam es zum definitiven Ende mit Paul Celan, am 3. Juli startete die Beziehung mit Max Frisch – und damit ein neues, ins Dunkle führendes Kapitel für Ingeborg Bachmann. Nicht nur stand die Beziehung immer unter dem Schatten Paul Celans, auch waren die unterschiedlichen Naturelle und Ingeborg Bachmanns Bestreben, verschiedene Lebensbereiche komplett voneinander zu trennen, einer Beziehung nicht förderlich. Als sich Max Frisch wegen einer anderen von ihr trennte, sah Ingeborg Bachmann dies als grösste Niederlage ihres Lebens. Ihre schon da angeschlagene Gesundheit leidet weiter, die psychischen Probleme häufen sich. Es gelingt Helmut Böttiger, das Leben zweier Lyriker zu beschreiben, aufzuzeigen, wo sie sich kreuzten, wie sie sich gegenseitig beeinflussten. Nicht nur verortet er die beiden Menschen in ihrer Zeit, zeigt die gegenseitigen Lebensbezüge auf, er weist auch auf die Spuren in den beiden Werken hin. Dadurch entsteht ein umfassendes Bild einer nicht lebbaren Liebe, die so tief war, dass beide trotz der Unmöglichkeit des Zusammenseins nie voneinander loskamen. Corona Aus der Hand frißt der Herbst mir sein Blatt: wir sind Freunde. Wir schälen die Zeit aus den Nüssen und lehren sie gehn: die Zeit kehrt zurück in die Schale. Im Spiegel ist Sonntag, im Traum wird geschlafen, der Mund redet wahr. Mein Aug steigt hinab zum Geschlecht der Geliebten: wir sehen uns an, wir sagen uns Dunkles, wir lieben einander wie Mohn und Gedächtnis, wir schlafen wie Wein in den Muscheln, wie das Meer im Blutstrahl des Mondes. Wir stehen umschlungen im Fenster, sie sehen uns zu von der Straße: es ist Zeit, daß man weiß! Es ist Zeit, daß der Stein sich zu blühen bequemt, daß der Unrast ein Herz schlägt. Es ist Zeit, daß es Zeit wird. Es ist Zeit. Fazit: Eine echte, wirkliche Leseempfehlung für alle, die an Ingeborg Bachmann und Paul Celan, an ihrem Leben und Werk interessiert sind. Eine absolute Leseempfehlung.

Es ist Zeit, daß es Zeit wird
von Julia Lotz aus Aßlar am 28.11.2017
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Als Germanistikstudentin hat man meistens ein ziemlich großes Interesse an allem, was im Entferntesten mit Literaturwissenschaft zu tun hat. Ich bin kein großer Fan von Lyrik und finde keinen rechten Zugang dazu und doch interessieren mich Bachmann und Celan auf rein persönlicher Ebene sehr. Die Beziehung der beiden blieb weiter... Als Germanistikstudentin hat man meistens ein ziemlich großes Interesse an allem, was im Entferntesten mit Literaturwissenschaft zu tun hat. Ich bin kein großer Fan von Lyrik und finde keinen rechten Zugang dazu und doch interessieren mich Bachmann und Celan auf rein persönlicher Ebene sehr. Die Beziehung der beiden blieb weiterstgehend verborgen und so war ich sehr gespannt, die Ausarbeitung Helmut Böttigers dazu zu lesen. Beim dem Buch handelt es sich genau gesagt nicht nur um die Untersuchung einer Beziehung, vielmehr bekommt der Leser eine Doppelbiografie präsentiert. Die Biografien der beiden überschneiden und trennen sich immer wieder und es ist interessant zu lesen, welchen Einfluss der eine auf das Leben des jeweils anderen nimmt und wie das alles sich wiederum in den Werken der beiden erkennen lässt. Man bekommt als Leser nicht nur ein Gefühl für die Beziehung zwischen Celan und Bachmann sondern auch ein breites Wissen über die Leben der beiden, die – so empfinde ich jedenfalls – zumindest in der Schule deutlich zu kurz kamen. Das gesamte Buch gliedert sich in mehrere Kapitel, die entweder nur Ingeborg Bachmann bzw. Paul Celan thematisieren oder sich mit der Beziehung der beiden Beschäftigen. Dabei wird immer ein besonders Augenmerk auf eine bestimmte Thematik oder ein bestimmtes Ereignis gelegt, was dem Buch eine schöne Struktur gab. Allerdings fiel es mir teilweise sehr schwer, den roten Faden nicht zu verlieren bzw. die Chronologie der Ereignisse m Auge zu behalten. Hier hilft es sicher enorm weiter, wenn man sich schon grob mit dem Leben der beiden auskennt oder sich kurz vor und immer wieder während dem Lesen einen chronologischen Lebenslauf aufruft. Ergänzt werden die Worte durch einige Bilder, die jedoch nicht überhand nehmen und das erzählte sehr gut unterstützten. Besonders gefielen mir hier die Bilder der Gruppe 47, da man sehr gut erkennen konnte, wie Bachmann und Celan innerhalb einer größeren Gruppe miteinander umgehen. Auch den Schreibstil von Helmut Böttiger empfand ich als sehr angenehm. Er schriebt so schön und bildlich, dass ich nicht nur viel Wissen über die beiden Lyriker mitnehmen konnte, sondern auch das ein oder andere schöne Zitat entdeckt und für mich markiert habe. Fazit: Wir sagen uns Dunkles informiert uns nicht nur über die Beziehung von Ingeborg Bachmann und Paul Celan, vielmehr bekommt man als Leser eine gut recherchierte und wundervoll geschriebene Doppelbiografie präsentiert, die thematisch in einzelne Kapitel gegliedert ist.

Die Geschichte einer unmöglichen Liebe
von einer Kundin/einem Kunden am 11.09.2017
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Ein überaus interessantes, brilliant recherchiertes Buch über die traurige Liebesgeschichte von Ingeborg Bachmann und Paul Celan. Die Tragik mit der sie enden musste übertrifft jeden noch so kunstvoll ausgearbeiteten Liebesroman und es gibt viele bewegende Passagen.Es handelt sich allerdings um ein literaturwissenschaftliches Fa... Ein überaus interessantes, brilliant recherchiertes Buch über die traurige Liebesgeschichte von Ingeborg Bachmann und Paul Celan. Die Tragik mit der sie enden musste übertrifft jeden noch so kunstvoll ausgearbeiteten Liebesroman und es gibt viele bewegende Passagen.Es handelt sich allerdings um ein literaturwissenschaftliches Fachbuch, mit entsprechenden Fremdwörtern ist zu rechnen.


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