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Christian Kiening

Christian Kiening, geb. 1962, Ordinarius für Ältere deutsche Literaturwissenschaft in Zürich. Gastprofessuren in Berkeley, São Paulo, Chicago und Stanford. 2005-2017 Direktor des Nationalen Forschungsschwerpunkts »Medienwandel - Medienwechsel - Medienwissen« an der Universität Zürich. Seit 2018 Leiter des Zentrums für Historische Mediologie. Mitherausgeber der Deutschen Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte.
Veröffentlichungen u. a.: Das Mittelalter der Gegenwart (2023); zürich zum beispiel (2022); Narrative Mikroökonomien der frühen Neuzeit (2021), Fortunatus (2021), Poetik des Kalenders (2020).

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Groteske Ökonomien Produktbild: Groteske Ökonomien

Groteske Ökonomien

Ökonomische Phänomene spielen in der Literatur der frühen Neuzeit eine zunehmend wichtige Rolle. Sie begegnen dort aber oft im Modus der Verzerrung. Es interessieren die Möglichkeiten des Täuschens und Trügens, der Camouflage, des Körpereinsatzes. Der ›homo oeconomicus‹ ist ein schelmischer, eine narrative Experimentalfigur, beleuchtet nicht in mittel- oder längerfristigen Zusammenhängen, sondern im Augenblick, im Ereignis, in der Situation. Auch das Geld hat spielerische Züge: ein universales Medium, der Nerv aller Dinge, die Basis der Wunschbefriedigung, ist es ebenso eine Gefahr, eine Plage, ein Hort der Unsicherheit. Den kleinen Transaktionen korrespondieren kleine narrative Formen, gerichtet auf das Okkasionelle, die Kommunikation, die Pointierung. An Schwankromanen und -sammlungen, Faust- und Lalengeschichten kann sich zeigen, wie im Grotesken das schillernde Verhältnis von Ökonomie und Narration je neu verhandelt wird.
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Buch (Taschenbuch)

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