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Christian Walther

Dr. Christian Walther, 1956 geboren, ist freier Journalist. Seit dem Studium der Politikwissenschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin arbeitet er für Presse, Funk und Fernsehen, vor allem als Reporter für die Berliner Abendschau des rbb Fernsehens. Er war Pressesprecher der Freien Universität, der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung sowie der Leibniz-Gemeinschaft. Seit 2016 ist Walther auch Vorsitzender des Journalistenverbands Berlin-Brandenburg. Er lebt in Berlin.

Des Kaisers Nachmieter von Christian Walther

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Des Kaisers Nachmieter
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Das Schloss in der historischen Mitte Berlins war seit seinen Ursprüngen im 15. Jahrhundert symbolbeladene Hohenzollernresidenz. Doch damit war am 9. November 1918 Schluss. Kaiser Wilhelm II. dankte ab, am Reichstagsgebäude
rief der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann die Republik aus, woraufhin der Führer des Spartakusbundes Karl Liebknecht die „freie sozialistische Republik Deutschland“ proklamierte.
Daraus wurde bekanntlich nichts, doch wurde das Schloss nach dem Ende der Monarchie verstaatlicht. Aber was geschah danach, bis der Monumentalbau im Zweiten Weltkrieg von Bomben getroffen wurde und die SED ihn 1950 schliesslich sprengen liess?
Christian Walther zeigt, dass das Schloss zu Zeiten der Weimarer Republik zu einem Zentrum von Wissenschaft
und Kultur wurde: Kunstgewerbemuseum, Museum für Leibesübungen, Deutscher Akademischer Austauschdienst, Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft – sie alle hatten ihren Sitz im Schloss. Der Schlüterhof wurde zur Kulisse festlicher Freiluftkonzerte,
und das Studentenwerk betrieb in der ehemaligen Schlossküche eine Mensa. Das Schloss nach der Revolution wurde zum Schloss der Republik – und zum Schloss der Frauen: zumeist Akademikerinnen, die als Wissenschaftlerinnen,
Museumsdirektorinnen und Politikerinnen für die zaghaften Anfänge beruflicher Chancengleichheit standen.
Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten kam die Gleichschaltung, aber auch das Museum der Preussischen Staatstheater. Am Ende propagierte Karl Liebknechts Neffe Kurt 1950 den Abriss – und vieles spricht dafür, dass er dabei gegen seine innerste Überzeugung handelte.

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