Philippe Pozzo di Borgo, Jahrgang 1951, war jahrelang Geschäftsführer der Firma Champagnes Pommery. Seit 1993 ist er infolge eines schweren Gleitschirmunfalls querschnittsgelähmt. Seine Autobiographie ›Ziemlich beste Freunde‹ wurde 2011 verfilmt und zu einem internationalen Erfolg. Philippe Pozzo di Borgo lebte bis zu seinem Tod im Juni 2023 mit seiner zweiten Frau und zwei Töchtern in Marokko.. Aus dem Französischen von Dorit Gesa Engelhardt, Marlies Ruß und Bettina Bach. Bettina Bach wurde 1965 in Heilbronn geboren und wuchs in Frankreich und Deutschland auf. Sie absolvierte eine Ausbildung an der Pariser Verlagsfachschule, studierte Germanistik in Berlin und Kulturwissenschaften in Amsterdam. Seit 1996 arbeitet sie als Übersetzerin und überträgt vorwiegend Belletristik aus dem Französischen, Englischen und Niederländischen ins Deutsche. Sie lebt in Jena.
Philippe Pozzo di Borgo würde gern an einen Gott glauben, doch es ist ihm nicht gegeben. Woran er aber fest glaubt, ist eine Gesellschaft ohne Optimierungszwang, in der alle Menschen einen Platz finden. Wie zerstörerisch der normative Druck der Leistungsgesellschaft ist, hat Philippe Pozzo di Borgo erst erfahren, als er aus seinem alten Leben gerissen wurde und ihm nicht mehr standhalten konnte. Nach dem Trubel um seinen Bestseller 'Ziemlich beste Freunde' muss er erneut viele Monate im Krankenhaus verbringen, und dort wird ihm bewusst, wie wenig aufnahmebereit er früher anderen gegenüber gewesen ist - ganz egal, ob es Fremde waren oder die eigenen Kinder. Er erkennt, dass man einem Menschen nur dann wirklich begegnen kann, wenn man 'die Waffen streckt' und ihm entblößt gegenübertritt, offen für dessen Sichtweise und Wesensart, offen für das Nicht-Perfekte. Nur so kann Gesellschaft gelingen.