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Nouara Arris Filiale: Orell Füssli Bahnhof Winterthur
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Meine letzte Rezension Yellowface von R. F. Kuang
Jahreshighlight. Was für ein geniales Buch. Schon die Prämisse mit dem gestohlenen Manuskript ist von Anfang an packend, aber was dieses Buch für mich wirklich besonders macht, ist die Art, wie Rebecca F. Kuang erzählt. Ihr Schreibstil ist pointiert und die Hauptfigur ist brillant geschrieben: egoistisch, neidisch, manipulativ und ständig auf der Suche nach Anerkennung. Eine moralisch fragwürdige Protagonistin ist schon interessant an sich, aber wenn man sich dann plötzlich dabei erwischt, wie man ihr die Daumen drückt, dann wird's wirklich spannend. Genau das schafft dieses Buch auf erschreckend gute Weise. Yellowface ist aber weit mehr als nur eine Geschichte über eine unsympathische Protagonistin. Es ist ein Buch, das permanent zum Nachdenken anregt. Man hinterfragt nicht nur die Figuren, sondern auch die eigenen Reaktionen auf sie. Besonders beeindruckt hat mich, wie vielschichtig die angesprochenen Themen sind. Rebecca F. Kuang greift Themen wie Cancel Culture, Cyber-Lynchjustiz und moralische Inszenierung auf, beschäftigt sich aber genauso mit Macht, Neid, Sichtbarkeit, Anerkennung, kultureller Aneignung, Rassismus und der Frage, wem Geschichten eigentlich gehören. Nichts davon wird einfach in Schwarz und Weiss erzählt. Stattdessen zeigt sie immer wieder, wie unterschiedlich ein und dieselbe Situation interpretiert werden kann und wie sehr unser Gerechtigkeitsempfinden von der eigenen Perspektive abhängt. Gerade diese Grauzonen machen das Buch so stark. Es gibt kaum einfache Antworten, sondern ständig neue Fragen. Wie weit würden Menschen gehen, um Erfolg, Aufmerksamkeit oder Relevanz zu behalten? Wann wird berechtigte Kritik zur digitalen Hetzjagd? Und wie leicht lassen wir uns selbst von einem Narrativ beeinflussen? Besonders spannend fand ich auch, wie sich all diese Themen im Verlagswesen widerspiegeln. Die Einblicke in die Vermarktung von Büchern und die Rolle von Trends, öffentlicher Wahrnehmung und Identität im Literaturbetrieb verleihen der Geschichte noch einmal eine zusätzliche Ebene. Für mich war Yellowface deshalb nicht nur unglaublich unterhaltsam, sondern auch eines dieser Bücher, das einen zwingt, die eigenen Urteile immer wieder zu hinterfragen. Intelligent, bissig, provokativ und definitiv eines meiner Jahreshighlights.
ab Fr. 17.90
Produktbild Yellowface
5/5
  • Nouara Arris
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5/5

Yellowface

Jahreshighlight. Was für ein geniales Buch. Schon die Prämisse mit dem gestohlenen Manuskript ist von Anfang an packend, aber was dieses Buch für mich wirklich besonders macht, ist die Art, wie Rebecca F. Kuang erzählt. Ihr Schreibstil ist pointiert und die Hauptfigur ist brillant geschrieben: egoistisch, neidisch, manipulativ und ständig auf der Suche nach Anerkennung. Eine moralisch fragwürdige Protagonistin ist schon interessant an sich, aber wenn man sich dann plötzlich dabei erwischt, wie man ihr die Daumen drückt, dann wird's wirklich spannend. Genau das schafft dieses Buch auf erschreckend gute Weise. Yellowface ist aber weit mehr als nur eine Geschichte über eine unsympathische Protagonistin. Es ist ein Buch, das permanent zum Nachdenken anregt. Man hinterfragt nicht nur die Figuren, sondern auch die eigenen Reaktionen auf sie. Besonders beeindruckt hat mich, wie vielschichtig die angesprochenen Themen sind. Rebecca F. Kuang greift Themen wie Cancel Culture, Cyber-Lynchjustiz und moralische Inszenierung auf, beschäftigt sich aber genauso mit Macht, Neid, Sichtbarkeit, Anerkennung, kultureller Aneignung, Rassismus und der Frage, wem Geschichten eigentlich gehören. Nichts davon wird einfach in Schwarz und Weiss erzählt. Stattdessen zeigt sie immer wieder, wie unterschiedlich ein und dieselbe Situation interpretiert werden kann und wie sehr unser Gerechtigkeitsempfinden von der eigenen Perspektive abhängt. Gerade diese Grauzonen machen das Buch so stark. Es gibt kaum einfache Antworten, sondern ständig neue Fragen. Wie weit würden Menschen gehen, um Erfolg, Aufmerksamkeit oder Relevanz zu behalten? Wann wird berechtigte Kritik zur digitalen Hetzjagd? Und wie leicht lassen wir uns selbst von einem Narrativ beeinflussen? Besonders spannend fand ich auch, wie sich all diese Themen im Verlagswesen widerspiegeln. Die Einblicke in die Vermarktung von Büchern und die Rolle von Trends, öffentlicher Wahrnehmung und Identität im Literaturbetrieb verleihen der Geschichte noch einmal eine zusätzliche Ebene. Für mich war Yellowface deshalb nicht nur unglaublich unterhaltsam, sondern auch eines dieser Bücher, das einen zwingt, die eigenen Urteile immer wieder zu hinterfragen. Intelligent, bissig, provokativ und definitiv eines meiner Jahreshighlights.

Meine Lieblingswerke

  • Produktbild Atmosphere
    • Nouara Arris
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    5/5

    Atmosphere

    This book is incredibly beautiful and filled with fascinating insights into astronautics and the 1980s that felt so real, I was completely immersed. It’s thought-provoking and deeply moving, with authentically well-developed characters that I completely fell in love with. I laughed, I cried, and when I finished it, I wanted nothing more than to start all over again. At its heart, this story is about love, love that’s tender, complicated, and transformative. The way it explores the connections between people, whether romantic or familial, is raw and honest, and it touched me deeply. There’s a rare magic in how the story made me feel everything: wonder, heartbreak, joy. It’s not just a book — it’s an experience that stayed with me. The characters breathed, lived, and loved in ways that went beyond their ink on paper. And the way the story unfolds, with its perfect pacing and emotional depth, made it impossible to put down. This isn’t just a love story set against the backdrop of space, it’s about connection, and the parts of ourselves that reach beyond time and place. I can hardly put into words how much I adore this book. It’s one I’ll carry with me, and every time I think of it, I’m reminded of why I read in the first place.

  • Produktbild Half His Age
    • Nouara Arris
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    5/5

    Half His Age

    Ich bin mit eher niedrigen Erwartungen an dieses Buch herangegangen. Es gibt inzwischen viele Bücher, die sich mit problematischen Machtverhältnissen, Age Gap Beziehungen oder Lolitaneuerzählungen beschäftigen, daher war ich zunächst unsicher, ob hier wirklich etwas Neues erzählt wird. Das provokante Cover und der Einstieg liessen mich zunächst zweifeln. Umso mehr wurde ich überrascht. Dieses Buch ist für mich ein Meisterwerk und was es so fesselnd macht, ist seine Ehrlichkeit. Es ist nicht wertend, sondern zeigt klar und nüchtern, was in der Hauptfigur vorgeht. Jennifer McCurdy hat das Prinzip "show don't tell" nahezu perfektioniert und schafft es, dass wir die Geschichte mit der Protagonistin miterleben. Was in anderen Büchern oft nur angedeutet bleibt, wird hier lebendig. Diese Mischung aus Kontrollbedürfnis, Unsicherheit, Passivität und dem Streben nach einem Gefühl von Macht wirkt erschreckend authentisch. Universelle Themen werden hier greifbar. Die Autorin bleibt konsequent in der jugendlichen Perspektive der Hauptperson. Oft spürt man bei solchen Romanen eine erwachsene Reflexion im Hintergrund, hier jedoch nicht. Man erlebt jeden Moment ungefiltert, ohne nachträgliche Einordnung oder Distanz. Gleichzeitig zeigt das Buch, wie unbefriedigend und unvollendet viele Dinge im Leben bleiben. Es geht nicht um klare Auflösungen oder einfache Entwicklungen, sondern um Enttäuschungen, Widersprüche und den schwierigen Umgang mit sich selbst. Besonders darum, wie schwer es ist, sich aus Mustern zu befreien und wie leicht man in sie zurückrutscht. Diese ewige Wiederholung, dieses Scheitern an sich selbst wirkt nie dramatisiert, sondern wie ein unangenehm nüchterner Spiegel. Es ist herzzerreissend, aber nie belehrend, unverblümt und gleichzeitig voller Empathie. Ich habe beim Lesen geseufzt, die Stirn gerunzelt, die Lippen zusammengepresst, mich wiedererkannt. Und als ich das Buch am Ende zugeklappt habe, war mir klar: Das ist ein Meisterwerk, das mich noch lange begleiten wird.

  • Produktbild The Seven Husbands of Evelyn Hugo
    • Nouara Arris
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    5/5

    The Seven Husbands of Evelyn Hugo

    I simply love the way Taylor Jenkins Reid crafts such multifaceted, deep, human, and interesting characters. Just following Evelyn Hugo through her life would be captivating enough, but on top of that, we get fascinating insights into old Hollywood, movie sets, complicated relationships, and fame. Every side character is compelling too. TJR doesn’t sugarcoat her characters, they’re far from perfect, sometimes even downright unpleasant. But they feel real, and by the end, I cared so deeply about every single one of them. This book beautifully explores friendship and different kinds of love and relationships, romantic, platonic, complicated, all portrayed with such depth and nuance. This book is a masterpiece. Watching Evelyn recount her life, reflect on her decisions (especially the wrong ones), and wrestle with moral conflicts, it’s raw, honest, and unforgettable. It’s not just a story about glamour and fame: it’s a story about life itself: identity, love, ambition, sacrifice, and regret. I felt every emotion: from adoration, pride, and joy to disappointment, anger, and pain. Taylor Jenkins Reid didn’t just tell Evelyn’s story, she made me feel it. And beyond that, Evelyn’s story raises questions and inspires reflection about one’s own life, values, and priorities. I couldn’t put this book down. It completely drew me in and stayed with me long after I turned the final page.

  • Produktbild Problematic Summer Romance
    • Nouara Arris
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    5/5

    Problematic Summer Romance

    I went into this book with no expectations — and I was not prepared for how GOOD it was going to be. The perfect summer read! Vacation vibes, perfect tropes, a swoon-worthy love interest, hilarious dialogues, and amazing banter. So many vibrant characters, and the love story is gripping without being overly dramatic. The dual timeline adds just the right amount of depth while still keeping things light and entertaining. I enjoyed every single page. My favorite Ali Hazelwood book so far! Pro tip: Listen to the audiobook — it's the best one I’ve ever listened to! The narrators are incredible and truly make the banter (and THAT accent) come alive. I’m honestly considering listening to more audiobooks narrated by them just because of their voices!

  • Produktbild This could be forever
    • Nouara Arris
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    5/5

    This could be forever

    Ich glaube, das ist mein liebstes Buch von Lilly Lucas. Oder zumindest teilt es sich den ersten Platz mit A Place to Love und New Chances. Ihre grosse Stärke liegt für mich ganz klar in der Atmosphäre. Sie schafft es, Orte zu erschaffen, die sich sofort wie ein Zuhause anfühlen und gleichzeitig Fernweh erwecken. Hawaii ist traumhaft beschrieben. Durch den leichten und flüssigen Schreibstil taucht man sofort ins Geschehen ein, und es überrascht mich jedes Mal wieder, wie schnell sich die Figuren vertraut anfühlen. Die Handlung rund um die Dokumentation und deren Hintergründe fand ich wirklich spannend. Besonders gefallen hat mir auch die Mischung aus bekannten Charakteren aus früheren Büchern und neuen Figuren. Die Dynamik zwischen ihnen war sehr stimmig, und selbst Nebencharaktere wirkten lebendig und greifbar. Ich bin ein grosser Fan von Second Chance Lovestories, und dieses Buch hat mir noch einmal gezeigt, warum ich diesen Trope so liebe. Ein grosser Teil der Liebesgeschichte liegt in der Vergangenheit, was es oft schwierig macht, die Beziehung für Leser:innen nachvollziehbar zu gestalten. Hier ist das jedoch sehr authentisch gelungen. Die Emotionen waren spürbar, der Konflikt und die Entwicklung wirkten logisch. Was mir ausserdem sehr positiv aufgefallen ist. Es gab kein unnötiges Drama. Keine künstlichen Missverständnisse, kein frustrierendes Hin und Her. Die Konflikte waren nachvollziehbar und natürlich. Das hat die Geschichte umso angenehmer gemacht. Die Liebesgeschichte selbst war einfach wunderschön. Die beiden Hauptfiguren waren unglaublich süss miteinander, und ich konnte ihre Beziehung sehr gut nachempfinden. Lilly Lucas schafft es mit erstaunlich wenigen Worten, eine atmosphärische Welt, lebendige Figuren und ein Gefühl von Familie zu erschaffen. Für mich definitiv eines ihrer besten Bücher und ein wundervoller Abschluss dieser Reihe.

  • Produktbild The Night We Met
    • Nouara Arris
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    5/5

    The Night We Met

    Es war mein erstes Buch der Autorin, aber ganz sicher nicht mein letztes. Die Geschichte entwickelt sich sehr natürlich. Ich liebte die vielen Alltagsmomente und die unglaublich greifbare Protagonistin. Ihre persönliche Entwicklung ist feinfühlig und authentisch umgesetzt. Besonders ihre Kämpfernatur und ihr Mut, „durch eine andere Tür zu gehen“, fand ich wirklich schön zu lesen. Die Liebesgeschichte ist unglaublich süss und die Dynamik zwischen den beiden Hauptfiguren ist unterhaltsam, lebendig und echt. Spannend fand ich die Beziehung zu ihrer Mutter und den stillen Konflikt zwischen den beiden. Ab dem letzten Viertel wird die Handlung deutlich intensiver, sodass ich das Buch kaum noch aus der Hand legen konnte. (ab hier minor Spoiler) Ich habe jedoch einige kleinere Kritikpunkte. Chris erscheint stellenweise fast makellos, während bei Mike klare Schwächen vorhanden sind und man sich irgendwann fragt, warum Larissa überhaupt mit ihm zusammen ist. Auf Mikes Probleme wird teilweise eingegangen, wodurch er zumindest authentischer wirkt und seine Handlungen nachvollziehbarer werden. Bei Chris fehlt diese Tiefe jedoch. Während Mikes Probleme immer deutlicher werden, bleibt Chris eher der perfekte Gegenpol ohne echte Ecken und Kanten, was ich sehr schade fand. Somit wird der Konflikt (mit wem Larissa zusammen sein soll) stark vereinfacht und Chris wird um eine mögliche Charakterentwicklung gebracht. Seine aufopferungsvolle Art und seine stellenweise ungesunde Fürsorge für Larissa hätten deutlich mehr Raum verdient gehabt. Ausserdem hätte der Fokus auf seine Schwächen ihn auch viel greifbarer gemacht. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Freundesgruppe. Es ist zwar nachvollziehbar, dass sie zu Mike halten und Larissa vor seinen schwächsten Momenten schützen wollen, jedoch wirkt ihr Verhalten mit der Zeit etwas übertrieben, vor allem da die beiden auch schon lange zusammen sind. Trotz kleiner Schwächen war es ein sehr emotionales und fesselndes Buch, das ich sehr gerne gelesen habe.

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