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Valentin Messmer Filiale: Orell Füssli Bahnhof Winterthur
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Meine letzte Rezension Königin der Nacht von Lukas Bärfuss
Oberflächlich schreibt Lukas Bärfuss hier einen autobiographischen Roman, der damit anhebt, dass seine Mutter in Santo Domingo gestorben ist. Deshalb rollt er seine Lebensgeschichte, die, auch wenn die Mutter darin so gut wie nicht vorkommt, dennoch untrennbar mit ihr verbunden ist, aus. Sie als uneheliches Kind eines Fahrenden, er mit 15 Jahren auf die Strasse gestellt, von seiner Mutter aufs bitterste vernachlässigt. Er selbst schreibt, er sei verwundert, dass es ihm, entgegen allen statistischen Wahrscheinlichkeiten gut geht, er sich nun "wohl situiert" nennen (oder spotten?) kann. Doch schnell stellt sich heraus, Bärfuss entwickelt anhand seiner eigenen Lebensgeschichte die Geschichte vieler Menschen, die von der Schweizer Gesellschaft an ihren Rand gerückt wurden; mit Gewalt an ihren Rand gedrängt wurden und dort mit Gewalt festgehalten werden. Es ist eine Geschichte über die Ohnmacht des Prekariats, die Opfer des Patriarchats, Opfer der Nationalstaatenideologie, Menschengruppen, die ihm Rahmen der "Modernisierung" westlicher Gesellschaften an den Rand gezwängt wurden. Dass das Schicksal und die Existenz des Autors ein Resultat dieses Gewaltaktes ist, erscheint gegen Ende der Lektüre als beinahe Kontinenz. Sein Schicksal steht für das von Vielen. In einem Kontext genozidaler Sterilisierung der Jenischen, Zwangsarbeit, Verdingung, Hetze gegen alles, was anders ist, Systeme die versagen. Dabei wird auch klar, es geht hier nicht um Vergangenheit, sondern um Gegenwart. Denn es ist kein Kapitel in der Schweizer Geschichte. Kapitel kann man schliessen, diese Geschichte hört jedoch nicht auf. Sprachgewaltig begreift sich also Bärfuss als Fall einer Regel der Unterdrückung durch die Schweizerische Gesellschaft und führt eine literarisch-sprachgewaltige Fallstudie seiner selbst durch. So gilt, was er in Bezug auf seine Mutter, äussert auch für alle, für die diese Gesellschaft kein zuhause bereitet: "Man muss sich damit abfinden, dass man ein Schiffsbrüchiger ist. Die Kapitänin hat als Erste das sinkende Schiff verlassen. Und was nicht freiwillig gehen wollte, wurde umgebracht".
ab Fr. 19.00
Produktbild Königin der Nacht
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  • Valentin Messmer
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Königin der Nacht

Oberflächlich schreibt Lukas Bärfuss hier einen autobiographischen Roman, der damit anhebt, dass seine Mutter in Santo Domingo gestorben ist. Deshalb rollt er seine Lebensgeschichte, die, auch wenn die Mutter darin so gut wie nicht vorkommt, dennoch untrennbar mit ihr verbunden ist, aus. Sie als uneheliches Kind eines Fahrenden, er mit 15 Jahren auf die Strasse gestellt, von seiner Mutter aufs bitterste vernachlässigt. Er selbst schreibt, er sei verwundert, dass es ihm, entgegen allen statistischen Wahrscheinlichkeiten gut geht, er sich nun "wohl situiert" nennen (oder spotten?) kann. Doch schnell stellt sich heraus, Bärfuss entwickelt anhand seiner eigenen Lebensgeschichte die Geschichte vieler Menschen, die von der Schweizer Gesellschaft an ihren Rand gerückt wurden; mit Gewalt an ihren Rand gedrängt wurden und dort mit Gewalt festgehalten werden. Es ist eine Geschichte über die Ohnmacht des Prekariats, die Opfer des Patriarchats, Opfer der Nationalstaatenideologie, Menschengruppen, die ihm Rahmen der "Modernisierung" westlicher Gesellschaften an den Rand gezwängt wurden. Dass das Schicksal und die Existenz des Autors ein Resultat dieses Gewaltaktes ist, erscheint gegen Ende der Lektüre als beinahe Kontinenz. Sein Schicksal steht für das von Vielen. In einem Kontext genozidaler Sterilisierung der Jenischen, Zwangsarbeit, Verdingung, Hetze gegen alles, was anders ist, Systeme die versagen. Dabei wird auch klar, es geht hier nicht um Vergangenheit, sondern um Gegenwart. Denn es ist kein Kapitel in der Schweizer Geschichte. Kapitel kann man schliessen, diese Geschichte hört jedoch nicht auf. Sprachgewaltig begreift sich also Bärfuss als Fall einer Regel der Unterdrückung durch die Schweizerische Gesellschaft und führt eine literarisch-sprachgewaltige Fallstudie seiner selbst durch. So gilt, was er in Bezug auf seine Mutter, äussert auch für alle, für die diese Gesellschaft kein zuhause bereitet: "Man muss sich damit abfinden, dass man ein Schiffsbrüchiger ist. Die Kapitänin hat als Erste das sinkende Schiff verlassen. Und was nicht freiwillig gehen wollte, wurde umgebracht".

Meine Lieblingswerke

  • Produktbild Momo
    • Valentin Messmer
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    5/5

    Momo

    Dass Michael Endes Momo ein Klassiker ist, muss nicht eigens erwähnt werden. Dass er jedoch noch wie vor aktuell und lesenswert ist schon. Denn auch heute kann der Roman uns eine Seite des zwischenmenschlichen Zusammenlebens und des mit-der-Welt-Seins zeigen, die wir nur allzu schnell aus den Augen verlieren. In der Kunst der Langsamkeit besteht erst die Möglichkeit uns als Menschen wirklich zu begegnen und die Natur und unsere Umwelt nicht nur als etwas wahrzunehmen, dass sich brauchen lässt. Sei es um es Kindern, es sich als Paar gemeinsam vorzulesen oder auch für die Lektüre allein; Dieses Buch fesstelt mit jedem Satz. Man verlässt es reicher an Perspektiven, als man es betreten hat.

  • Produktbild Trauriger Tiger
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    5/5

    Trauriger Tiger

    Wie schreibt man über Gewalttaten? Wie schreibt man als Opfer von sexualisierter Gewalt über die Tat? Wie schreibt man über einen über sieben Jahre dauernden sexuellen Missbrauch des eigenen Stiefvaters, als man selbst noch ein Kind war? Dieses Buch hebt mit diesen Überlegungen an. Wie können die Gefahren des literarischen Gewaltvoyourismus verhindert und gleichzeitig aufklärerisch die Taten benannt werden? Trauriger Tiger ist ein wortstarkes Buch, das ihresgleichen sucht. Gewisse Stellen lassen einen vor Ekel das Buch beiseite legen. Andere Stellen sind analytische Meisterinnenleistungen die mit Scharfsinn brillieren. Zwischen Erfahrungsbericht, literarischer Bearbeitung und gesellschaftskrischen und literaturwissenschaftlichen Analysen angesiedelt beleuchtet der Roman nicht nur sexualisierte Gewalt, Systeme des Missbrauchs, sondern auch ihre literarische Repräsentation und gleichzeitig ihre Verklärung. Wofür mir hier die Worte fehlen, dafür findet Sinno Neige Sätze und Sprachbilder. Eine Lektüre die nicht einfach ist, aber ein absolutes Muss.

  • Produktbild Tschick
    • Valentin Messmer
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    5/5

    Tschick

    Wolfgang Herrendorf schrieb Tschick im Zusammenhang mit seiner Diagnose eines tödlichen Hirntumors. Dass er sich in diesem Buch existentiell mit dem Leben, dem Älterwerden und dem Thema Abschied beschäftigt liegt auf der Hand. Mit viel Humor wird erzählt, wie der Sohn einer alkoholkranken Mutter und eines Vaters, der aus der Klasse des Bürgertums absteigt, auf den "Asi" Tschick, einen Deutschlandrussen, stösst und so entdeckt wie das Leben auch sein kann. Zwei existentielle Aussenseiter finden sich und machen sich auf den Weg in die Wallachei, oder auch: Auf den Weg ihr bisher fremdbestimmtes Leben selbst in die Hand zu nehmen und so den Übertritt vom Kindes/Jugendlichen- ins Erwachsenenleben zu wagen. Mit viel Humor gibt der Roman auch zu denken. Jede Sekunde des Lesens wert!

  • Produktbild Botanik des Wahnsinns
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    5/5

    Botanik des Wahnsinns

    Leon Engler bewegt sich mit diesem Roman zwischen einer literarischen Verarbeitung psychischer Dysfunktionen in der eigenen Familiengeschichte und gesellschaftskritischen Reflexionen über die Auffassungen psychischer Gesundheit und Krankheit. Mit einem Schreibstil ganz in der Tradition der Wiener Moderne kommen existentielle Fragen, die uns alle betreffen, zur Sprache. "Mit ihr sehe ich Wien von oben, sehe alles von oben. ich schaue sie gerne an und mag, dass sie mich anblickt, als wäre ich jemand, der es wert ist, angeblickt zu werden. Ich sage ihr, dass ich nicht bereit für eine Beziehung bin. Klingt besser als: Etwas in mir kann das Gute nicht aushalten." Wortgewandt findet eine existentielle Dimension des Menschseins in diesem Buch Ausdruck. Wer dieses Buch gelesen hat, kann besser verstehen, wieso Leiden zum Leben gehört, und dass darin auch eine Gelassenheit gefunden werden kann. Dieses Buch bietet neue Perspektiven, um sich selbst und die Welt, in der wir leben, zu betrachten.

  • Produktbild Die Zertrennung
    • Valentin Messmer
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    5/5

    Die Zertrennung

    Dass uns dieser Text überliefert ist, grenzt selbst an ein Wunder. Gradowski, mitbeteiligt an der Organisation des Aufstandes in Auschwitz, war Mitglied des sogenannten Sonderkommandos. Ein Kommando aus Juden, dass dazu gezwungen wurde, sich an der Vernichtung des eigenen Volkes zu beteiligen. Sie mussten die als "arbeitsunfähigen" eingestuften Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma und andere, als "unwertes Leben" deklassierte, Menschen in die Gaskammern führen, sie in den Krematorien verbrennen und ihre Asche in der Weichsel verstreuen. Gradowski versuchte während seiner Tortur in den Kreamtorien Auschwitzes diese Tragödie des jüdischen Volkes literarisch festzuhalten. Er selbst kam beim Aufstand des Sonderkommandos ums Leben, doch seine Texte konnte in mit Wachs versiegelten Feldflaschen, die auf dem Gelände Auschwitz vergraben wurden überdauern. Verstören, ist es zu wissen, dass wir hier etwas lesen, das tagsüber erlebt und am Abend zu Papier gebracht wurde. Jede Buchstaben-, Wort- und Satzkombination wurde nicht nach Auschwitz sondern IN Auschwitz erdacht. Ein Zeugnis der Judenvernichtung, wie es meines Wissens nach kein zweites gibt.

  • Produktbild Sonderbehandlung
    • Valentin Messmer
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    5/5

    Sonderbehandlung

    In der Überlebendenliteratur der Shoah ist es beinahe ein Unikum ein Zeugenbericht einer Person zu finden, die von den Wachmannschaften der Vernichtungslager zur Beteiligung an der Ermordung des europäischen Judentums gezwungen wurden. Filip Müllers Bericht "Sonderbehandlung" gehört zu diesen äusserst seltenen Zeugnissen. Besuchen wir heute die Denkmäler der Konzentrationslager sehen wir Denkmäler die an diese Stätten der Vernichtung erinnern und nicht die Konzentrations oder Vernichtungslager selbst. Denn in diesen waren Menschen eingesperrt, in ihnen wurden Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma und weitere als "unwertes Leben" de-klassifizierte Menschen systematisch ermordet. Das Unsägliche das hinter diesen Zäunen geschehen ist hat dabei einen Kern. Dieser Kern waren die Krematorien und Filip Müller war einer der wenigen, der zu den dort arbeitenden Juden gehörte. Als Mitglied dieses sogenannten "Sonderkommandos" war Müller gezwungen sich an der Vernichtung seines eigenen Volkes zu beteiligen. Über diese Erlebnisse - auch einen Versuch sich selbst zu töten, indem er mit den als "arbeitsunfähig" de-klassifizierten Juden in die Gaskammer ging - berichtet Müller in diesem Zeugenbericht. Auch in Claude Lanzmann Dokumentation "Shoah" sind Ausschnitte mit Filip Müller zu sehen. Eine zentrale Figur im Bezeugen dieser unfassbaren Verbrechen. Ins Jenseits des Stacheldrahts, dringen auch keine Worte ein.

  • Produktbild Das Tagebuch des Adam Czerniaków
    • Valentin Messmer
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    5/5

    Das Tagebuch des Adam Czerniaków

    Adam Czerniaków war Vorsteher des Ältestenrats (Judenrat) des Warschauer Ghettos. Lange war das Bild, dass die Öffentlichkeit von ihm hatte durchwegs negativ, da es von den Leiden der ins Ghetto gezwungenen Jüdinnen und Juden geprägt war. Wie sich Czerniaków jedoch darum bemühte das Leben seiner Gemeinde zu verbessern (oder die Lage nicht weiter verschlechtern zu lassen) bezeugt dieses Tagebuch. Seine teilweise verhasste Wahrnehmung stammt daher, dass er lediglich die Befehle der Deutschen seiner Gemeinde übermitteln musste. Das Tagebuch dokumentiert den langsamen Tod der Warschauer Jüdinnen und Juden, die dann letztlich von den Deutschen im Vernichtungslager Treblinka ermordet wurden. Das Tagebuch erwähnt zwischen absolutem Elend auch Alltäglichkeiten, wie welche Bücher Czerniaków gerade las, und was ihn daran interessierte. Ein Zeugnis davon, wie Menschlichkeit auch den grössten Widrigkeiten zu trotzen vermag. Doch auch Czerniakóws Humanität war nicht allmächtig. Als an einer verhängisvollen Sitzung Hermann Höffle die Liquidierung des Warschauer Ghettos verkündete (Marcel Reich-Ranicki führte an dieser Sitzung Protokoll) war es um Czerniaków geschehen. Als für den 2. Tag der Liquidierung ein Kindertransport angesetzt wurde, den er nicht verhindern konnte, nahm er sich im Wissen um die sichere Vernichtung des Warschauer Judentums das Leben. Eine Quelle und ein Zeitzeugnis sondergleichen. Unheimlich Worte zu lesen, die von jemandem geschrieben wurde, der all dies miterleben musste.

  • Produktbild Naokos Lächeln
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    4/5

    Naokos Lächeln

    Vorweg: Murakamis Frauenfiguren, insbesondere ihre stellenweise sexualisierete Darstellung sowie auch die weiblichen Rollenbilder sind problematisch, nicht gut gealtert und fürhren zum Sternenabzug. Ansonsten ist es ein Roman über Melancholie, Vitalität die im Untergang begriffen ist, und das dem Leben inhärierende Leiden das durch die Sehnsucht nach dem nicht vorhanden guten Leben entsteht. Der Roman kann dabei als Variation von Thomas Manns Zauberberg aufgefasst werden. Nicht in den Schweizer Alpen (genau: Davos), sondern in abgeschotteten japanischen Bergen begibt sich die Namensgeberin des Romans Naoko in ein psychiatrisches Sanatorium, in dem die Zeit anders funktioniert als im sich gerade zur Weltmetropole entwickelnden Tokio. Im Umbruch der Moderne können gewisse Menschen nicht mehr mit der Schnelligkeit und den Anforderungen mithalten, weswegen sie nur in einem Sanatorium für "Randständige"/"Aussenseiter*innen" überleben können. Dass dort jedoch das eigentliche Leben, dass aus Tokio verdrängt wird, eine Enklave findet wird aus der Perspektive des feinfühligen männlichen Protagonisten entwickelt, der sich jedoch der Derb- und Herbheit der Moderne anpasst. Ein vielschichter Roman, der sich auch historisch eingeordnet, nicht in einem Schwarzweissraster bewegt. Er ist die Lektüre wert, wenn man sich für die melancholische Grundstimmung öffnen kann.

  • Produktbild Häutungen
    • Valentin Messmer
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    4/5

    Häutungen

    Das Buch wurde als Bibel der Frauenbewegung bekannt. Doch bietet uns heute dieses Buch mehr als bloss biblisch-kanonische Klassikerinhalte. Anhand dieses Buches können wir beobachten, was die Hoffnungen zum Beginn gewisser gesellschaftlicher Prozesse waren. Bietet eine neue Sexualität (bspw. eine lesbische) sui generis eine neue Form des zwischenmenschlichen Zusammenlebens? Was kann alles wirklich werden, wenn wir den "genitalen Ernst" ablegen? Doch nicht nur historischen Anspruch kann dieses Buch geltend machen. Auch noch heute regemlmässig angetroffene Formulierungen wie "Aber nicht alle Männer", werden akribisch in der als schizophren charakterierten Ambivalenz reflektiert, dass für Frauen* Männer im allgemeinen bedrohlich, im Einzelenen jedoch liebenswert erscheinen sollen. Literarisch feinfühlig stellt dieser Text eine Suchbewegung nach einer neuen Sprache dar, die versucht den Geschlechtsverhältnissen literarisch Ausdruck zu verleihen. Ein wirklich lesenswertes Buch, dass man - hat man es einmal in die Finger genommen - nicht mehr aus den Händen legen möchte.

  • Produktbild Sophia, der Tod und ich
    • Valentin Messmer
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    4/5

    Sophia, der Tod und ich

    Das Ich wird vom Tod besucht, doch stirbt es nicht, nein. Der fussballbegeisterte Protagonist bleibt mit dem Tod zusammen auf der Welt. Denn der Tod soll von einem anderen Tod abgelöst werden und es entbrannt ein Kampf um den Protagonisten; der alte Tod muss ihn schützen, der Neue ihn töten. Doch der Protagonist will sein Leben weiterführen und wie vereinbart seine Mutter besuchen. Zufälligerweise treffen der Tod und der Protagonist auf seine Ex-Freundin. Auf der Suche nach dem Kind des Protagonisten durchleben Sophia der Tod und das Ich die Probleme des mondänen Lebens. Humorvoll geschrieben und voller Witz. Ein absurdes Buch, dass auf leichte Weise ernste Themen des modernen Alltaglebens aufgreift und literarisch verarbeitet. Einzig die Konkurrenzhandlung der beiden Tode wirkt manchmal etwas deplaziert und sprengt die ansonsten filigran gearbeite Erzählweise Uhlmanns.

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