»Bedenke das Ende« Zur Funktion der Todesmahnung in druckgraphischen Bildfolgen des Dreißigjährigen Krieges
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum
10.06.1997
Abbildungen
53 ill., 53 Illustrations
Verlag
De GruyterSeitenzahl
209
Maße (L/B/H)
23.6/16/1.8 cm
Gewicht
343 g
Auflage
Reprint 2017
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-484-35058-8
Anders als es Jacques Callots berühmte Serie über die Schrecken des Krieges vermuten lässt, wurde der Dreissigjährige Krieg von den Zeitgenossen zumeist nicht als politisches Phänomen begriffen. Im Bereich druckgraphischer Bildfolgen überwiegen 'technologische Sachbilder', wobei das "Soldatenbüchlein" über den Waffengebrauch informiert und für den Solddienst wirbt, während das "Capriccio" die künstlerisch-ästhetische Seite des Militärlebens betont. Im Unterschied dazu geht es bei den Folgen von Hans Ulrich Franck und dem Monogrammisten CR (auch Christian Richter), die im Zentrum der Untersuchung stehen, um eine moralische Bewertung kriegerischen Handelns. Die Hauptthese der Arbeit lautet, dass es sich hierbei eigentlich um 'bildliche' Erbauungsbücher handelt. Die drastisch vor Augen gestellte Schändlichkeit des Krieges und der von Soldaten begangenen Verbrechen dienen der Abschreckung. Mit diesem Ziel folgen die Serien einer Tradition der Todesmahnung, bei der sich spätmittelalterliche Formen wie die
Ars moriendi
sowie das Trost- und Sterbeschrifttum mit der humanistischen Auffassung von Zeit und Vergänglichkeit verbinden. So lässt sich das von Franck verwendete biblische Motto "Bedenke das Ende" speziell in Totentanzfolgen des 17. Jahrhunderts nachweisen. Matthäus Gundelachs Sterbebüchlein sowie weitere künstlerische Zeugnisse aus dem Augsburger Umkreis zeigen, auf welch vielfältige Weise sich das überlieferte
Memento mori
mit dem Krieg und dem künstlerischen Selbstverständnis der Gegenwart verknüpfen konnte.
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