Im Blick auf die bis zur Antike zurückreichende Tradition erschliesst der Autor die gattungsbedingten Voraussetzungen, auf denen Hölderlin aufbaut. Bereits in der Klosterschulzeit hatte er seinen Vorsatz betont, Hymnendichter zu werden. Dieser Wunsch war mit der Hochschätzung Kloppstocks verbunden, dessen Konzept der "heiligen Dichtung" für Hölderlin massgeblich wurde. Zu Beginn der Französischen Revolution aber, als er bereits über ein dezidiertes dichterisches Selbstverständnis verfügte und die hymnischen Darstellungsmittel Klopstocks souverän beherrschte, löste er sich von den christlich-dogmatischen Vorgaben und entwickelte, angeregt durch Schillers Vereinigungsphilosophie, das ursprüngliche Konzept in Richtung auf die weiterführende Konzeption der Tübinger Hymnen.
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