Man mag von Benn persönlich halten, was man will, der Herr Doktor hat dem Leben, seinen Krankheiten und Illusionen wohl einige der schönsten Gedichte abgerungen, die im letzten Jahrhundert in deutscher Sprache geschrieben worden sind. Die Melange aus Melancholie, Desillusionierung und Selbstbeschwörung hat in ihrem oft elegischen, aber auch teilweise kantigen Klang etwas, das zum wiederholten Lesen und Erinnern reizt. Zurück bleibt krosse intellektuelle Gänsehaut! Meine Stuttgarter Ausgabe ist zwar inzwischen etwas angegilbt, gehört aber trotzdem zu den letzten Dingen, die ich aus meiner kleinen Bibliothek entlassen würde, falls ich sie mal stauchen wollte. Benn versuchte nicht nur nach Selbstauskunft , sondern ritt den Pegasus bestimmt!