Nacktheit und Scham (Der Mythos vom Zivilisationsprozess 1) Die bedeutende Auseinandersetzung mit der Zivilisationstheorie von Norbert Elias
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- Hardcover
- Taschenbuch ausgewählt
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Sprache:Deutsch
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Auflage:5
Fr. 38.90
inkl. gesetzl. MwSt.,
Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
01.03.1994
Abbildungen
Mit 222 Abbildungen
Verlag
SuhrkampSeitenzahl
516
Maße (L/B/H)
17.7/10.8/2.7 cm
Gewicht
409 g
Farbe
Aquamarin
Auflage
5
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-518-38785-6
Die heute im wesentlichen anerkannte Theorie der Zivilisation behauptet, dass der Mensch des Mittelalters, aber auch die Angehörigen der sogenannten primitiven Kulturen, im Vergleich zu uns Heutigen, ihre Triebe und Affekte wenig gebunden oder geregelt hätten, dass in diesen Gesellschaften der Triebverzicht niedrig, die Mässigung der Gefühle unerheblich gewesen wäre. Nacktheit, Sexualität usw. seien bei diesen Menschen öffentlicher und ungleich weniger schambesetzt gewesen. Im Zuge der zunehmenden Arbeitsteilung der Menschen jedoch seien die sozialen Verflechtungen intensiver geworden. Die »Affekte« seien gemässigt und in den Privatbereich verbannt worden. Hans Peter Duerr führt den Nachweis, dass diese Zivilisationstheorie falsch ist. Er zeigt, dass der Mythos vom Zivilisationsprozess identisch ist mit der Ideologie, die herangezogen wurde, um den Kolonialismus zu rechtfertigen, insoweit dieser behauptete, es gehe den europäischen Nationen darum, noch unentwickelte, unzivilisierte Menschen zu zivilisieren.
Ausgehend von der Kritik der herrschenden Zivilisationstheorie, entwickelt Hans Peter Duerr in seinem aufsehenerregenden ersten Teil des auf vier Bände angelegten Mythos vom Zivilisationsprozess eine Kulturgeschichte der sexuellen Scham und Schicklichkeit, die nicht nur die abendländische Geschichte seit ihren nachvollziehbaren Anfängen, sondern auch jene Völker einbezieht, die an der Peripherie der sogenannten Hochkulturen gelebt haben. Er begründet die Vermutung, dass es zumindest innerhalb der letzten vierzigtausend Jahre weder Wilde noch Naturvölker, weder Primitive noch unzivilisierte Völker gegeben hat.
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