Die geistige Welt des Mittelalters ist reich an beeindruckenden Frauengestalten.Kaiserinnen, Ordensfrauen, Mystikerinnen und Heilige haben zur religiösenTradition, zur Philosophie und zur mittelalterlichen Literatur Bedeutendesbeigetragen. Zwanzig herausragende Frauen werden in diesem Buch porträtiert.Den zeitlichen Bogen spannt Helmut Feld von Kaiserin Adelheid (10. Jh.)bis Jeanne de Jussie (16. Jh.). Sein besonderes Augenmerk richtet er aufdie religiöse Erfahrungswelt der Frauen: Worin bestanden ihre religiösenVorstellungen, ihre visionären Erlebnisse? Wie konnten sie ihre geistigeErfahrungswelt literarisch und existentiell bewältigen? Welche Rolle spielteder mittelalterliche Mythos der Jungfräulichkeit, der mit Jeanne d'Arceinen absoluten Höhepunkt erlebte? - Bei aller Unterschiedlichkeit derLebenswege verbindet alle Frauen eine besondere Form der religiösen Welterfahrung,die man als "meditative Theologie" bezeichnen kann. Das geistige Niveauund die Tiefe ihres Denkens stand der gleichzeitigen Schul- und Klostertheologiein nichts nach. Nicht selten aber lag diese Art religiöser Welterfahrungquer zur offiziellen Lehre der Kirche.
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