- Der christliche Glaube und die ethischen Konsequenzen
Kein Reformator hat die Auseinandersetzung und das Gespräch mit Aussenseitern der Reformation wie Täufern und Spiritualisten so eifrig gesucht wie Martin Bucer. Deren Tendenz zur Absonderung und deren skeptische bis ablehnende Haltung gegenüber der weltlichen Obrigkeit widersprachen diametral seiner Vorstellung einer die ganze Gesellschaft umfassenden Reformation unter bewusster Zuhilfenahme obrigkeitlicher Massnahmen. Dennoch teilte er mit diesen Kritikern einer „Volkskirche“ die zentrale Überzeugung, dass der christliche Glaube ethische Konsequenzen mit sich bringen müsse. Deshalb mass er dem Gespräch mit Gegnern wie Pilgram Marpeck und Caspar Schwenckfeld, aber auch mit vielen weiteren, weniger prominenten Täufern und Spiritualisten grosse Bedeutung zu, wie die vierzehn in diesem Band versammelten Schriften dokumentieren.
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