Wir waren keine Menschen mehr Erinnerungen eines Wehrmachtssoldaten an die Ostfront
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Paperback
Erscheinungsdatum
14.07.2010
Abbildungen
92, mit zahlreichen s/w-Abbildungen
Verlag
Edition RaetiaSeitenzahl
232
Maße (L/B/H)
21/13.9/1.8 cm
Gewicht
288 g
Farbe
Lichtgrau / Kaffee
Auflage
6
Sprache
Deutsch
ISBN
978-88-7283-372-8
Luis Raffeiner wuchs in Karthaus im Schnalstal in der Zeit des Faschismus auf. Ende 1939 optierte der damals 22-Jährige für Deutschland und wurde in die Wehrmacht überstellt. Als Panzerwart einer Sturmgeschützabteilung zog er 1941 in den Krieg gegen Russland. Dort erlebte er, wie er selbst sagt, „Krieg in seiner brutalen und grausamen Wirklichkeit“. Eindrücke davon hielt er mit seiner Fotokamera fest, Jahrzehnte später erzählte er sie einer jungen Bekannten, der Naturnserin Luise Ruatti.
Anschaulich und prägnant schildert Raffeiner Kindheit und Jugendzeit und vor allem die dramatischen Kriegserlebnisse. Dabei bricht er mit dem Mythos der sauberen Wehrmacht und nennt die deutschen Unrechtstaten beim Namen, zum Teil auch solche, an denen er selbst beteiligt war. Nach Einschätzung des ehemaligen Leiters der sogenannten „Wehrmachtsausstellung“ liess der Vernichtungskrieg an der Ostfront Raffeiner gleichzeitig zu Opfer und Täter werden.
Die aktive Rolle und Mitwisserschaft eines grossen Teils der Wehrmacht am Holocaust, am Massenmord an der Zivilbevölkerung und an der systematischen Vernichtung der Kriegsgefangenen wurde auch in Deutschland erst 1995 durch die Ausstellung „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“ angesprochen und nachgewiesen. In Südtirol fehlt bis heute eine öffentliche Diskussion zu den Kriegsverbrechen, an denen auch Südtiroler Soldaten, unabhängig ob SS oder Wehrmacht, beteiligt waren. Daher wertet auch der Historiker Gerald Steinacher Raffeiners Geschichte als „bedrückend und zusammen mit seinen Fotografien als einen seltener später Glücksfall für die Zeitgeschichte.“