Charles Taylor gehört zu den international renommiertesten Philosophen der Gegenwart. Sein Werk vereint Sozial- und politische Philosophie zu einer umfassenden Gütertheorie der Moderne. Als Vordenker des Kommunitarismus verteidigt er die normative Unhintergehbarkeit des Guten bei der Bestimmung des Menschen; als Theoretiker der Moderne kritisiert er den »Artikulationsstau« säkularer Grosserzählungen. Der vorliegende Band, der aus Anlass des 80. Geburtstages von Charles Taylor erscheint, beschäftigt sich mit zentralen Aspekten seines philosophischen Denkens. Er umfasst Beiträge von Philosophen, Theologen, Soziologen und Juristen, darunter Christoph Menke, Karl Kardinal Lehmann, Hans Joas und Hartmut Rosa, sowie eine Replik von Charles Taylor.
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1.0/5.0
Bewertung
aus Bern
1/5
21.11.2014
Buch (Taschenbuch)
Grosse Entäuschung
Die Beiträge in diesem Sammelband zu Charles Taylor behandeln fast nur religiöses Brimborium und beim Lesen fühlt man sich zusehends zurückversetzt in all das Geplänkel aus vergangenen Jahrhunderten. Offenbar gibts auch hier bald wieder nur noch Neo-Gläubige und Ungläubige, was Anderes scheint beinahe ausgeschlossen. Da Religionen nichts anderes sind, als Philosophien unter vielen anderen Philosophien, bin ich von der Einseitigkeit vieler Autoren in diesem Buch enttäuscht. Durch die Hintertür sollen wir wieder auf die "rechte Bahn" gelenkt werden oder was? Besser fände ich, wenn wir das Wort "Gott" endlich durch das Wort "Natur" ersetzen würden, denn Naturkräfte sind es, die unser Universum bestimmen und damit auch die Menschheit auf diesem relativ kleinen Planeten. Weil uns keine Götter oder ein Gott helfen werden, um Probleme zu lösen, sind wir auf uns selber gestellt und das ist Grund genug, um uns zusammenzuraufen und Lösungen zu finden jenseits metaphysischer Illusionen, aber mit Sicht auf Menschenrechte und plurale Verhältnisse, statt wieder in religiöse Einfalt zu schlittern.