The only one-volume hardcover edition of the two uncommonly powerful novels written by the youngest of the famous Brontë sisters, with an introduction by Lucy Hughes-Hallet.
Anne Brontë wrote these two fantastically successful novels just before her tragically early death, both of them in a much more grittily realistic mode than the more romantic ones favored by her sisters. Agnes Grey, the story of a governess working for disdainful and cruel employers, is a wrenching account of the desperate straits faced by Victorian women without money or husband. The Tenant of Wildfell Hall tells a story that was shocking for its time: a woman leaves her alcoholic and abusive husband in order to protect their young son and must live in hiding to prevent the law from taking her child away from her. These novels have become classics not only by dint of the subtle and ironic force of Anne Brontë's prose but because of the passionate indictments of social injustice that animate them.
Everyman's Library pursues the highest production standards, printing on acid-free cream-colored paper, with full-cloth cases with two-color foil stamping, decorative endpapers, silk ribbon markers, European-style half-round spines, and a full-color illustrated jacket. Everyman’s Library Classics include an introduction, a select bibliography, and a chronology of the author's life and times.
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Frauenschicksale im England des 19. Jahrhunderts
Mag aus Berlin am 26.02.2012
Bewertungsnummer: 768839
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Konfrontiert mit dem finanziellen Ruin der Familie, muss eine Tochter, Agnes Grey, sich Arbeit suchen. Im England des 19. Jahrhunderts stehen gebildeten, aber mittellosen Damen nicht allzu viele Möglichkeiten offen - also entschließt sich Agnes, eine Anstellung als Gouvernante anzunehmen. Die Arbeitszeit ist nach unseren heutigen Vorstellung unbotmäßig lang, freie Tage oder gar Urlaub spärlich und die Anerkennung der geleisteten Arbeit durch den Arbeitgeber oftmals gering. Die Kinder der gehobenen Gesellschaft entpuppen sich nur allzu oft als Tyrannen, die gnadenlos ihre Macht als adeliger Nachwuchs gegenüber einer armen, als minderwertig angesehenen Angestellten ausspielen. Und auch die Arbeitgeber, ihrer Angestellten mitunter zwar geistig unterlegen, unterstützen sie nicht, was zum Wohle der eigenen Kinder sicher richtiger und ratsamer wäre, sondern machen sie stattdessen für alle Fehlentwicklungen verantwortlich, selbst wenn die unfähigen Eltern sie eigentlich selber verschuldet haben.
Anne Bronte liefert eine beeindruckende, teilweise auch bedrückende aber immer realistische Schilderung der Lage lediger, arbeitender Frauen im England des 19. Jahrhunderts. Bei der Lektüre kann Frau heute nur froh sein, dass vorangegangene Generationen von Frauen den Kampf um Gleichberechtigung von Frauen mittlerweile längst geführt haben. Zum Verständnis der Lage von Frauen im 19. Jahrhundert ein wertvoller, äußerst interessanter und lesenswerter Beitrag.
Wie viele Frauen zu dieser Zeit strebt die Protagonistin Helen in "The Tenant of Wildfell Hall" eine Ehe an. In dem charmanten, gutaussehenden Arthur scheint sie ihren Traummann gefunden zu haben und schon bald wird geheiratet. Doch bereits kurz nach der Hochzeit ziehen dunkle Wolken am himmelblauen Ehefirmament auf. Das ruhige, beschauliche Eheleben taugt nicht für den rastlosen, lebenshungrigen Ehemann, der immer mehr Zeit außerhalb des häuslichen Anwesens verbringt. Außerdem spricht er mehr und mehr dem Alkohol zu, um dann zum brutalen, unberechenbaren Unhold zu mutieren, der seine Frau damit körperlich und seelisch quält. Eine Scheidung kommt im 19. Jahrhundert so leicht nicht in Frage und so erträgt Helen ihr Schicksal still und geduldig leidend, - bis Arthur schließlich beginnt, auch den gemeinsamen jungen Sohn in seine Ausschweifungen miteinzubeziehen. Jetzt endlich ergreift Helen die Initiative und verlässt Arthur, um sich mit ihrem Sohn in Wildfell Hall als Künstlerin niederzulassen und ein zurückgezogenes, eigenständiges Leben zu beginnen. Dabei findet sie nicht nur Ruhe und Zuversicht, sondern muss auch erkennen, dass es auch andere, mitfühlende und einfühlsame Wesen der männlichen Spezies gibt. Doch gerade als sich neue zarte Bande andeuten, kehrt Helen pflichtbewusst zu ihrem mittlerweile schwer kranken Mann zurück, um ihn trotz aller erlittenen Qualen hingebungsvoll und aufopfernd zu pflegen.
Anne Bronte liefert mit diesem Werk eine beeindruckende und beklemmende Studie zum Leben der Frau im England des 19. Jahrhunderts, die realistisch und schonungslos zeigt, wie ausgeliefert und rechtlos sich der Status der Frau damals jenseits jeglicher Gleichberechtigungstendenzen gebärdete und auch wie tief dieser Status von den Frauen verinnerlicht wurde, so dass die Protagonistin nach anfänglich geglückter Flucht aus ihrem Martyrium zunächst auf ein neues eigenes Glück verzichtet, um sich ergeben und resignierend um die Pflege ihres Peinigers zu kümmern. Interessant, informativ und absolut lesenswert.