Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
01.10.2011
Herausgeber
Susanne SchulteVerlag
Waxmann Verlag GmbHSeitenzahl
392
Maße (L/B/H)
21.2/15.1/3.3 cm
Gewicht
735 g
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-8309-2599-6
„Vernunft ist Sprache, Logos, an diesem Markknochen nag’ ich und werde mich zu Tode drüber nagen“, bekannte Johann Georg Hamann (1730–1788) aus Königsberg und behauptete darüber hinaus: „Ohne Wort, keine Vernunft – keine Welt“. Sprache war das Kernproblem des unorthodoxen Protestanten und polyglotten Stotterers, der in preussischen Staatsdiensten, als ÜberSetzer und Packhofverwalter am Königsberger Zoll, seinen Lebensunterhalt verdiente – und als „Magus in Norden“ Geistesgeschichte schrieb. Zuvor hatte er Philologie, Philosophie und Volkswirtschaft studiert und war als Angestellter des Rigaer Handelshauses Berens in London gescheitert. Psychisch und sozial abgestürzt, erlebte der Melancholiker, den aristokratische Bohemiens ausgehalten hatten, beim Lesen der Bibel seine „Wiedergeburt“. Fortan definierte sich Hamann als Schriftsteller und „Philologe des Kreuzes“, in eigenartiger Mischung aus Sensualismus und Luthertum. Aus dem Logos-Glauben an die Einheit des Wortes im göttlichen Schöpfungswort, in der Natur, der menschlichen Sprache und Vernunft kritisierte er die Aufklärung und entwickelte Gedanken zur Sprache, die später erst landläufig wurden, etwa unter den Begriffen „Natursprache“, „linguistic turn“ oder „linguistischer Relativismus“. Noch heute sind im Ausgang von Hamanns Texten in Wissenschaft und Dichtung grundlegende Fragen zum Problem der Sprache mit Gewinn zu stellen. Hamann verbrachte sein letztes Lebensjahr in Münster, wo sich heute sein Grab und grosse Teile seines Nachlasses befinden.
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