Seinerzeit fast unbemerkt von der Weltöffentlichkeit drohte im Herbst 1983 der Ausbruch eines Nuklearkrieges. Die Sowjetunion erwartete einen Atomangriff und bereitete Abwehrmassnahmen vor, die ihrerseits von den USA als Bedrohung gedeutet wurden. Ein Fehlalarm in der sowjetischen Luftraumüberwachung drohte die Lage ausser Kontrolle geraten zu lassen. Georg Schild rekonstruiert den Verlauf des Kalten Krieges bis hin zur politischen Eskalation zwischen den von Ronald Reagan geführten USA und der Sowjetunion Anfang der 1980er Jahre. Die Vereinigten Staaten führten damals einen ideologischen Kreuzzug gegen die UdSSR und rüsteten auf, während die überalterte Sowjetführung politisch weitgehend handlungsunfähig war. Dieses Buch stellt das Krisenjahr 1983 in den Kontext des Kalten Krieges und kommt zu einer neuen Bewertung traditioneller Krisenvorstellungen. Unter anderem durch erstmalige Auswertung von Dokumenten aus den Carter- und Reagan Archives kann der Autor zeigen, weshalb es zu den riskanten gegenseitigen Fehleinschätzungen kam. Eine packende und warnende Lektüre darüber, wie internationale Konflikte ausser Kontrolle geraten können.
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