Die Romanvorlage zur NETFLIX-Verfilmung "The Devil Al the time"
Anfang der Sechzigerjahre kollidieren in einer abgelegenen Gegend in Ohio die Lebenswege eines Serienkillerpaares, zweier religiöser Fanatiker, eines korrupten Sheriffs und eines jungen Mannes, dem der Glaube an das Gute abhandengekommen ist. Seit Langem hat sich kein Erzähler mehr mit einer solchen Wucht in die erste Reihe der amerikanischen Literatur katapultiert. In seinem Debütroman entwirft Donald Ray Pollock eine Schreckensvision menschlicher Abgründe, brutal, nachtschwarz und ohne Hoffnung. Der Roman wurde von Regisseur Antonio Campos mit u. a. Tom Holland, Robert Pattison, Bill Skarsgård oder Haley Bennett in den Hauptrollen für NETFLIX verfilmt.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
NiWa
5/5
19.04.2021
Buch (Taschenbuch)
Vom amerikanischen Alptraum
In den 1950er-Jahren wächst Arvin im Mittleren Westen der USA auf. Umgeben von Verbrechen, Korruption und religiösem Wahnsinn findet er einen Ausweg aus der Hölle, die sein Leben bisher gewesen ist.
Mit "Das Handwerk des Teufels" hat Donald Ray Pollock ein gesellschaftskritisches Drama, einen Roman Noir mit Southern-Gothic-Einschlag, von der düstersten Sorte geschrieben, das den Leser um Gnade bitten lässt.
Es ist bemerkenswert schwierig zu "Das Handwerk des Teufels" eine vernünftige Rezension zu schreiben, ohne zu viel zu verraten und gleichermaßen dem Buch gerecht zu werden.
Es beginnt gar nicht mit dem Protagonisten Arvin, sondern setzt einige Jahre früher an. Willard, sein Dad, kommt aus dem Zweiten Weltkrieg heim und verliebt sich in eine charmante Kellnerin. Kurze Zeit später, wird aus dem ersten Funkenflug, eine Ehe und aus der Arvin entsteht.
Während die Geschichte ihren Anfang nimmt, ahnte ich beim Lesen nicht, was da auf mich zukommen wird. Es fängt interessant und fesselnd an. Pollock vermittelt ein Gefühl für den Mittleren Westen, skizziert die Heimkehrer aus dem Krieg, die Atmosphäre vergangener Gräueltaten und das triumphale, gleichermaßen niedergeschlagene Gefühl, dass man zurückgekehrt ist und damit die Chance auf ein gutes Leben erhalten hat.
Nur wenige Szenen später schwappt die Düsternis, der heiße Moloch des Westens, über die Seiten. Spritzt dem Leser übelsten Dreck ins Gesicht, der sich wie Teer in die Poren brennt und den man bis zum Ende des Romans nicht mehr runterkriegt.
Die Geschichte ist von Verzweiflung, Fanatismus, abscheulicher Gewalt, schmerzhafter Hoffnung und den Blick in die Traurigkeit beseelt.
Es geht um einen Mann, der das Liebste verliert, einen Jungen, der sich rächt, ein Paar, das aus Freude tötet, Gottesfürchtige, die keine Angst haben, und auch einen Anwalt, der sich selbst eine Grube gräbt.
Pollock schildert ruhig und unaufgeregt. Er ersinnt zahlreiche Figuren, lässt in ihre Seelen schauen, zeigt ihr Innerstes her, um sie letztendlich geschickt zu einem Gesamtbild zu vereinen - unabhängig davon, wie lange sie auf der Bühne seiner Erzählung stehen. Dabei beweist der Autor Stil. Er führt seine Charaktere elegant über das Parkett, sie fügen sich perfekt in die Geschichte ein und legen eine höllische Choreographie des Geschehens hin.
Ich habe in diesem Buch Szenen gelesen, die mir niemals in den Sinn gekommen wären. Manchmal ist es böse, manchmal ist es trist, meistens ist es traurig, brutal, erschreckend und in gleicher Weise unsagbar packend, dass man während der Lektüre den Atem anhält.
Es ist ein düsterer, drückender Roman, der in das Leben hoffnungslos-verzweifelter Menschen führt und vor brutalen Taten, fanatischen Handlungen und psychopathischen Charakteren kein Halten kennt.
Donald Ray Pollock hat ein gesellschaftskritisches Meisterwerk geschaffen, das schmerzt und die Kehrseite des amerikanischen Traums vor Augen führt.
Ich bin tief beeindruckt, bewegt und empfehle dieses Buch an Leser, die sich trauen, in den Abgrund zu schauen.
Bewertung
aus Thun im Kanton Bern
4/5
01.01.2025
Buch (Taschenbuch)
gut gemacht und unteraltend
Das ist ein ziemlich brutaler Krimi, dessen Stärke darin besteht, dass die direkte und krude Sprache bestens zum Thema des Buches passt (verlassene Western-Regionen, dunkle Gestalten, alkoholisiert, ohne Bildung und mit brutalem Sex im Kopf). Am Schluss bleibt der Eindruck, dass man eine gute Geschichte gelesen hat, die viel Spannung enthält und viel Unterhaltung bietet. In einer Bewertung wird treffend auf einen „Tarantino-Film“ hingewiesen. Also: gut gemacht, unterhaltend, aber nicht mehr.
Bewertung
aus Göppingen (BaWü)
3/5
06.09.2014
Buch (Taschenbuch)
Das Böse lauert immer und überall
Der Krimi ist gut geschrieben, auch spannend. In Donald Ray Pollocks Geschichte werden all die dunklen Abgründe offenbart, die im Menschen stecken. Sie ist so bitterböse, dass sich bei mir ein beklemmendes Gefühl während des Lesen einstellte. Doch um sie wirklich gelungen und rund zu empfinden, hätte ich gern einen gesunden, normalen Gegenpart zu all dem Dunklen gehabt. In dem Roman könnte man meinen, die Welt und alle Menschen tun nur Schlechtes. Immer und überall lauert hier das Böse. Das wirkte auf mich überzogen und unrealistisch, deshalb nur 3 Sterne.
Bewertung
aus Wien
5/5
24.01.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Liest sich wie ein Roadmovie von Quentin Tarantino
Mir wurde das Buch von einem guten Freund empfohlen, welcher es mir gleich zum lesen borgte.
Rein vom Klapptext bzw der Inhaltsangabe, auf der Rückseite, hätte ich es nicht gelesen, da es mein Interesse in keinster Weise geweckt hat. Auch nach dem Prolog dachte ich mir "ich weiß nicht", aber ich las weiter und wurde nicht enttäuscht.
Zum Buch selber möchte ich gar nicht allzu viel schreiben, da ich nichts verraten möchte. Meine Überschrift trifft es meiner Meinung nach perfekt. Sollte dich meine Überschrift angesprochen haben > kaufen und lesen! :)
Bewertung
aus Berlin
5/5
10.08.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein wahrhafter Besuch in der Hölle,...
Ein wahrhafter Besuch in der Hölle, meisterhaft geschrieben, fesselnd, wuchtig, brutal, also nix für Zartbesaitete.
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5/5
15.03.2017
Buch (Taschenbuch)
Erschreckend, eines der besten Bücher überhaupt!
Ein Roman wie ein Faustschlag! Es ist, als hätten Truman Capote und John Steinbeck zusammengefunden, um genau dieses Buch zu schreiben. Obwohl der Roman primär als Krimi daher kommt, geht der Inhalt weit darüber hinaus. Es ist ein Sittenbild der USA in den sechziger Jahren, im Hintergrund bahnt sich der Vietnamkrieg an, im ländlichen Ohio, wo dieses Buch spielt, leben die Einwohner in ihrer unumstösslichen Welt, die immer wieder von Unmenschlichkeit, Gewalt und Gleichgültigkeit heimgesucht wird. Ein Fotograf und nebenbei brutaler Serienmörder, der bei seinen blutigen Untaten von seiner Frau unterstützt wird, ein korrupter Polizist, ein bigotter Priester, der in seiner Freizeit junge Frauen vergewaltigt und ein junger Mann auf der Suche nach sich selbst. Es versteht sich von selbst, dass dieses Buch keinen guten Ausgang nehmen kann. Der Autor versteht es meisterlich, verschiedene Episoden zu einer einzigen Geschichte zusammenfinden zu lassen und führt sie zu einem fürchterlichen Finale, dessen reinigendes Ende den bittersten Nachgeschmack hinterlässt, den man sich vorstellen kann.