Die Bundesrepublik in den 70er-Jahren: John Dalzell und Teresa Cassidy haben Nordirland für ein Auslandssemester den Rücken gekehrt. Fernab ihres von Gewalt gebeutelten Herkunftslandes geniessen sie das unbeschwerte Studentenleben in der friedlichen Idylle des Steigerwalds. Und so kann sich eine Liebe zwischen den beiden entfalten, wie sie zu Hause in Mitchelstown unmöglich gewesen wäre, denn John ist Protestant und Teresa Katholikin. Doch während John in seiner Abschlussarbeit versucht, der Verblendung auf den Grund zu gehen, die im November 1938 zur Reichspogromnacht führte, werden er und Teresa von den Folgen des erneut aufflammenden Hasses in der Heimat eingeholt. Mit grausamer Unausweichlichkeit bricht der nordirische Konflikt in ihr gemeinsames Leben ein ... Ein spannender, berührender, aber auch humorvoller Roman, der unter die Haut geht.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Lisam
aus Wien
5/5
14.01.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine Liebe im Schatten des Nordirlandkonflikts
In den 1970er-Jahren lernen sich die beiden Studenten John Dalzell und Teresa Cassidy im Rahmen ihres Auslandssemesters in der Bundesrepublik näher kennen und lieben. Das wäre in ihrer Heimat Nordirland für die beiden unmöglich, da John Protestant ist und Teresa Katholikin. Die beiden bauen sich ein unabhängiges Leben in Deutschland auf, wobei der nordirische Konflikt sich immer mehr in ihr Leben drängt. Durch den Kontakt mit ihren deutschen Freunden beginnt John sich für die Reichspogromnacht und die Nazi-Zeit zu interessieren.
Einerseits wird in diesem Buch der Nordirlandkonflikt mit den Auswirkungen auf die Menschen in einem nordirischen Dorf beleuchtet. Während des Auslandssemesters werden für John die Unterschiede zu Deutschland bewusst und hinterfragt erstmalig kritischer die Zustände zu Hause. Ich habe mich schon öfters mit dem Thema auseinandergesetzt, aber durch die Beschreibungen des Lebens in so einem Dorf sieht man erst die Auswirkungen auf die Menschen. Die Beschreibung, dass die katholischen Kinder den oberen Stock und die protestantischen Kinder die untere Ebene des Schulbusses benutzen und sie sich nie unterhalten, hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Auf der anderen Seite werden die noch immer vorhandenen Nazis und deren Denken im Deutschland der 70er-Jahre und die Verdrängung der Nazi-Zeit behandelt. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Da mich das Buch noch immer beschäftigt, vergebe ich 5 Sterne.