Georg von Ehingen: "Reisen nach der Ritterschaft". Spielten "Reiseberichte" eine besondere Rolle bei der Entstehung der neuhochdeutschen Schriftsprache?
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
23.11.2012
Verlag
GRINSeitenzahl
32
Maße (L/B/H)
21/14.8/0.3 cm
Gewicht
62 g
Auflage
5. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-656-31666-4
Eine der massgeblichen Arbeitsthesen des Hauptseminars "Reiseberichte der frühen Neuzeit als Quellen der Sprachgeschichte" lautete, dass die Textform des frühneuzeitlichen Reiseberichtes gerade deshalb von sprachwissenschaftlichem, und insbesondere sprachgeschichtlichem Forschungsinteresse sei, weil sie in besonderem Masse Zeugnis von der Entwicklung der neuhochdeutschen Schriftsprache geben könnten. Dieser These liegt die Feststellung zu Grunde, dass die Verfasser von frühneuzeitlichen Reiseberichten durch ihren im Vergleich zu den Zeitgenossen grossen Lebensradius in gesteigerter Weise selbst mit unterschiedlichen Varietäten konfrontiert gewesen sind. Die Tatsache, dass die Verfasser sich zur schriftlichen Bezeugung ihrer Erlebnisse angehalten, berufen oder bemüssigt gefühlt haben, lässt sich ausserdem mit einigem Recht als einen Hinweis auf ihre zumindest vergleichsweise gehobene Sensibilität für den schriftsprachlichen Ausdruck und die schriftsprachliche Form deuten.
Beides, die Konfrontation mit unterschiedlichen sprachlichen Varietäten ebenso, wie die unterstellte Sensibilität im Hinblick auf die Schriftsprache könnte, so die zwei intuitiv zunächst plausiblen Folgerungen, sowohl dazu geführt haben, dass die Verfasser der entsprechenden Texte vermittels dieser blossen Konfrontation in der Gestalt ihrer eigene Schriftlichkeit durch andere, entweder fremde Varietäten des Frühneuhochdeutschen, oder durch die - dann vor allem wohl gesprochene - Sprache ihrer fremdsprachigen Aufenthaltsorte beeinflusst worden sein könnten, als auch dazu, dass sie sich in Rückwirkung des räumlichen Entgrenzungserlebnisses besonders dazu angehalten fühlten, mit Hilfe einer möglichst allgemeinverständlichen Schriftlichkeit den Radius der Wirkung ihres eigenen Textes zu vergrössern.
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