London, Oktober 1968: Die Röcke werden kürzer, die Hosen enger. Im Abbey Road Studio entstehen die wahrscheinlich wichtigsten Musikalben aller Zeiten. Und vor dem Studio warten Hunderte junge Frauen darauf, dass SIE erscheinen: die Beatles. Doch nur eine Straßenecke weiter zeigt sich ein anderes London. Die Leiche einer unbekannten jungen Frau wird entdeckt. Mit Helen Tozer bekommt Detective Cathal Breen erstmals eine weibliche Beamtin zur Seite gestellt, was ihn in einige Verwirrungen stürzt. Ihre Ermittlungen führen Breen und Tozer in das Umfeld der Beatles. Aber der wahre Grund, wieso das Mädchen sterben musste, ist viel tragischer, als sie es sich hätten träumen lassen. Breen und Tozer geraten in einen Strudel aus Rassismus, Geldgier und Wut.
Das gleichnamige Buch, aus dem Englischen von Conny Lösch ist bei suhrkamp nova erschienen.
Kundinnen und Kunden meinen
3.9/5.0
Bewertung
aus Oberberg
5/5
07.02.2015
Buch (Taschenbuch)
Solider Kriminalroman im…
Solider Kriminalroman im London der 60er Jahre London, 1968, es dreht sich sich viel um die Beatles, die die jungen Leute nahezu verrrückt machen. Die Jugendlichen, vornehmlich Mädchen stehen vor den Wohnungen bzw. Häusern der Beatles oder belagern die Studios, in denen die Beatles ihre Aufnahmen machen. In der Abbey Road, die sich ganz in der Nähe eines Beatles-Studios befindet wird die nackte Leiche einer jungen Frau gefunden, auf einem Berg Müll, fast verdeckt von einer alten Matratze. Die dortige Wohngegend ist eher ärmlich, aber hauptsächlich von Weißen bevölkert. Zugezogenen Schwarzen begegnet man oft mit unverhohlener Abneigung. Cathal Breen, seit 13 Jahren Polizist, soll diesen Mordfall übernehmen, obwohl er eigentlich noch nicht den Fund einer Brandleiche abgeschlossen hat. Breen ist bei seinen Kollegen nicht sonderlich beliebt, zudem hat er gerade einen Kollegen in einer Notsituation im Stich gelassen, was man ihm unverhohlen übel nimmt. Einzig sein Chef, der ebenfalls von der Truppe nicht so angenommen wird und die Sekretärin Marilyn, scheinen zu Breen zu halten. Breen wird von dem Kollgen Jones unterstützt, doch dessen Hilfe kann er sich auch nicht immer gewiss sein. Dann wird Cathal Breen die junge Polizistin Helen Tozer zugeteilt, die sich beim CID beworben hat. Tozer, eine Farmerstochter, redet zwar ununterbrochen und hält sich nicht unbedingt an Breens Anweisungen, ist aber eine clevere und tatkräftige Unterstützung bei dem verzwickten Fall. Da niemand die junge Ermordete zu vermissen scheint, ist die Feststellung der Identität schwierig. Nachdem diese aber unter schwierigen Bedinungen und durch die Ideen von Tozer festgestellt ist, kommt die Sache ins Rollen und deckt tragische Zusammenhänge auf. Anfangs war ich noch nicht so begeistert von dem Roman. Auf den ersten Seiten schienen mir die Protagnosisten noch nicht so sympathisch, aber dies entwickelt sich schnell. Breen, ist eine liebenswerter, gerechter und ruhiger Polizist, der sich nicht in korrupte Machenschaften verstricken läßt. Tozer, die junge ehrgeizige Polizistin, hat es nicht leicht mit den sexisitschen Anfeidungen der männlichen Kollegen, die in den 60er Jahren keine weiblichen Kollegen akzeptieren wollen. Breen und Tozer sind ein gutes sympathisches Ermittlerteam, von dem ich gerne mehr lesen würde. Die 60er Jahre mit dem Wirbel um die Beatles werden ebenfalls gut und anschaulich wiedergegeben. Gerade wenn man nicht in der Zeit gelebt hat, kann man sich so vorstellen, welchen Wirbel die 4 Beatles damals ausgelöst haben. So, ich kann nur sagen, einfach selbst lesen: solider Kriminalroman mit einem Hauch von den Sixties.
Karlheinz
aus Frankfurt
4/5
29.03.2017
Buch (Taschenbuch)
Toller Debutroman
Wir schreiben das Jahr 1968. Ganz London steht Kopf wenn die Beatles im berühmten Abbey Road Studio sind. Als eine nackte Leiche hinter einer alten Matratze in der Nähe der Studios gefunden wird muss Polizist Cathal Brenn in diesem Fall ermitteln. Der Polizist der mit eigenen Problemen beladen ist, bekommt eine junge und unerfahrene Kollegin an seine Seite gestellt um ihn zu unterstützen. Die Spurensuche kreuzt immer wieder die Wege der Beatles.
William Shaw liefert mit seinem Debutroman ein ambitioniertes Werk ab, das nicht nur ein gestandener und spannender Krimi ist, sondern auch die politischen und gesellschaftlichen Änderungen der damaligen Zeit gekonnt darstellt. Er schafft es eine lange vergangen Zeit wieder auferstehen zu lassen.
Die Handlung ist gut durchdacht und zieht sich mit viel Polizeiarbeit und Beatles-Hype von Anfang bis Ende durch den Roman.
Die Protagonisten sind anschaulich dargestellt mit Ecken und Kanten und können im Großen und Ganzen überzeugen.
Fazit: Ein Debutroman der für die Zukunft viel verspricht und durch einen Schreibstil besticht der einen in die sechziger Jahre Londons zurückversetzt.
Igelmanu
aus Mülheim
4/5
12.09.2014
Buch (Taschenbuch)
Detective Cathal Breen hat es…
Detective Cathal Breen hat es zur Zeit nicht leicht. Ohnehin hat er aufgrund seiner irischen Abstammung regelmäßig mit Vorurteilen gegen ihn zu kämpfen. Aber seit sein Vater, den er bis zu seinem Tod gepflegt hat, vor ein paar Monaten gestorben ist, steht er ein wenig neben sich. Plötzlich bekommt er es angesichts eines Angreifers mit der Angst zu tun und plötzlich wird ihm bei einem Leichenfund übel. Bei seinen Kollegen hat er derzeit keinen guten Stand. Und dabei will er wirklich mit ganzem Herzen ein guter Polizist sein! London, im Oktober 1968. Die Welt ist scheinbar im Umbruch. Die Haare werden länger, dafür die Röcke kürzer. Die Mädchen nehmen die Pille und scheinen sich nur noch für eins zu interessieren, nämlich für Paul, John, George und Ringo. Als in der Nähe der Abbey Road Studies die Leiche einer jungen, unbekannten Frau entdeckt wird, führen die Ermittlungen sehr schnell zum Beatles-Fan-Club. Doch rebellierende Jugendliche sind nicht unbedingt kooperativ… „Warum sind Sie weggerannt? … Ich wollte mich nur kurz mit Ihnen unterhalten.“ – „Weil Sie von der Polizei sind natürlich.“ Die Ermittlungen gestalten sich also schwierig. Zudem hat man Breen eine junge Polizistin als Assistentin zugewiesen. Trainee Detective Constable Helen Tozer ist eine echte Exotin – die erste Frau in der Behörde, die Polizeiarbeit tun und sich nicht auf das Annehmen von Telefonaten und das Kaffeekochen beschränken will. Natürlich hat sie es nicht leicht, traut ihr doch niemand etwas zu. („Ein Weibsstück beim Observieren? Ach du Scheiße!“) Selbst das Autofahren ist ihr untersagt. Auch Breen hat zunächst Vorbehalte ihr gegenüber, das ändert sich aber, als er sie näher kennenlernt. Sie zeigt Mut und Entschlossenheit und sie unterstützt ihn… „Irgendwie passen Sie nirgendwo rein. Deshalb sind Sie so gut in dem, was Sie machen. Sie schleppen keine Altlasten mit sich herum.“ Die beiden sind wirklich ausgesprochen interessante und sympathische Charaktere! Was man von einigen ihrer Kollegen nicht unbedingt sagen kann. Die Polizei wird durchaus kritisch betrachtet, in der Handlung wird auch der Fall des Detective Sergeant Norman Pilcher thematisiert, der – wie man im Anhang erfährt – „im September 1973 der Rechtsbeugung für schuldig erklärt wurde, als herauskam, dass er seinen Opfern erst Drogenvergehen angehängt und anschließend Geld von ihnen erpresst hatte. Während seiner fünfjährigen Dienstzeit beim Drogendezernat hatte Pilcher Donovan, Mick Jagger, Brian Jones, Keith Richards, George Harrison und John Lennon wegen Drogendelikten festnehmen lassen.“ Er wurde zu 4 Jahren Haft verurteilt. Das Ganze in die Handlung eingebettet war für mich (als alten Beatles-Fan) ausgesprochen amüsant. „Ratet mal, wen Pilcher gerade mit seinen Leuten nach Paddington Green verfrachtet.“- „Wen?“ – John Lennon und seine japanische Schnalle.“ – „Pilcher? John Lennon?“ – „Warum?“ – „Drogen. Die haben John Lennon auf Drogen gefilzt. Sind schon unterwegs, und deshalb scheißt sich der Chef jetzt in die Hosen.“ – „Drogen?“ – „Ja, John Lennon und diese Alte, diese Yoko Boko.“ – „Yoko Boko? Wer soll das sein?“ Und damit nicht genug! Eine weitere wichtige Rolle spielt im Buch der Bürgerkrieg 1967 in Biafra, die Pogrome 1966 und 1967 im muslimischen Norden Nigerias und die britische Haltung dazu. Sehr interessant und das Nachwort enthält noch weitere ergänzende Infos zum Thema. In der Summe ergibt das einen wirklich spannenden Krimi, mit tollen Charakteren, viel Zeitgeist und mehreren überraschenden Entwicklungen, die zu einer für mich unerwarteten Auflösung führen. Ich habe mich wirklich von diesem Buch gut unterhalten gefühlt!
Bewertung
aus Frankfurt am Main
4/5
29.05.2014
Buch (Taschenbuch)
William Shaw hat ein neues…
William Shaw hat ein neues Ermittlerduo geschaffen, und es ist ihm gut gelungen. Die Geschichte spielt in London 1968. Es ist die Zeit des Umbruchs. Die Jugend rebelliert gegen althergebrachte Traditionen, was in den Familien und der Gesellschaft große Turbulenzen verursacht. Es ist die Zeit, da die Beatles ihre ersten großen Erfolge feiern, und wer sich an die Zeit erinnern kann, dem wird die Hysterie unter den Fans in Erinnerung sein. Weibliche Fans harrten stunden- oder tagelang vor den Wohnungen ihrer Idole aus, um mit etwas Glück einen Blick auf sie zu erhaschen. Ganz in der Nähe des Aufnahmestudios der Beatles in der Abbey Road wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, und Inspector Breen wird mit den Ermittlungen beauftragt. Bei den Kollegen ist Breen nicht sehr beliebt, und er hat es schwer sich durchzusetzen. Zu seinem Mißbehagen wird ihm auch noch eine junge Polizistin zur Seite gestellt. Weibliche Polizisten hatten es schwer zu der Zeit. Es war neu, Frauen bei der Mordkommission einzusetzen, und es wude ihnen nicht leichtgemacht. Man traute ihnen einfach nichts zu. Die neue Kollegin ist Helen Tozer, und Detective Cathal Breen sieht der Zusammenarbeit mit Unbehagen entgegen. Aber so nach und nach nähern sich die beiden an. Helen ist ehrgeizig und trägt viel zu den Ermittlungen bei. Aber sie wagt auch einige Alleingänge, die sie in Gefahr bringen und bei den Kollegen auf Unverständnis stoßen. Weitere Morde geschehen, und es ist viel Ermittlungsarbeit erforderlich, um den Fall schließlich zu lösen. Die Geschichte ist nicht nur ein Kriminalroman, sondern auch ein Zeitspiegel. Die Jugend rebelliert, Frauen drängen in Männerberufe. Dem Autor ist es hervoragend gelungen, beide Aspekte in einen spannenden Roman zu verpacken. Die Protagonisten sind hervorragend beschrieben, und man darf gespannt sein auf die angekündigte Fortsetzung .
Marie-Therese Reisenauer
aus Wien
4/5
03.12.2013
Buch (Taschenbuch)
Nix swinging London
Vordergründig spielt das Ganze im Swinging London des Jahres 1968. Vordergründig ist das Leben dort ein pralles, rund um die Abbey Road. Vordergründig muss die junge Frau, welche ermordet in dem Viertel aufgefunden wird, ein Beatles-Fan sein. Die beiden Detectives Breen und Tozer kommen jedoch im Zuge ihrer Ermittlungen auf ganz schön hintergründige Dinge drauf.