Nach der Ermordung des Erzherzogs Franz Ferdinand in Sarajevo stand fest, dass es Krieg geben würde. Kaiser Franz Joseph wollte es und in Wien rechnete man durchaus mit der Möglichkeit eines grossen Kriegs. Wie der Krieg entfesselt wurde und bereits Wochen später Österreich-Ungarn nur deshalb nicht zur Aufgabe gezwungen war, weil es immer wieder deutsche Truppenhilfe bekam, hat bis heute nichts an Dramatik verloren. Zwei Monate vor seinem Tod verzichtete der österreichische Kaiser auf einen Teil seiner Souveränität und willigte in eine gemeinsame oberste Kriegsleitung unter der Führung des deutschen Kaisers ein. Der Nachfolger Franz Josephs, Kaiser Karl, konnte das nie mehr rückgängig machen. Auch ein Teil der Völker Österreich-Ungarns fürchtete die deutsche Dominanz. Schliesslich konnten nicht einmal die militärischen Erfolge 1917 den Zerfall der Habsburgermonarchie verhindern. Das Buch beruht auf jahrzehntelangen Forschungen und bleibt bis zur letzten Seite fesselnd, obwohl man das Ende kennt. Viele Zusammenhänge werden aber erst jetzt klar. Rauchensteiner sieht den Ersten Weltkrieg als Zeitenwende. Ob er die „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts war, muss der Leser entscheiden.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Bewertung
aus Wien
5/5
10.11.2013
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Standardwerk!
Hier liegt das wohl umfassendste Werk zum 1. Weltkrieg aus der Sicht Österreich-Ungarns vor.
Rauchensteiner behandelt alle Facetten dieser Jahrhundertkatastrophe, die militärischen, wirtschaftlichen, innen- und aussenpolitischen Ereignisse ebenso wie die Entwicklung an der Heimatfront.
Wer an österreichischer Geschichte Interesse hat, kommt an diesem Buch nicht vorbei.
Marie-Therese Reisenauer
aus Wien
4/5
09.10.2013
Buch (Gebundene Ausgabe)
Minutiös
Der Militärhistoriker Rauchensteiner wollte es ganz genau wissen. Auf 1222 Seiten wird akribisch das Geschehen des Ersten Weltkrieges mehr als ausgeleuchtet. Seine Feststellung, dass bei einer Ministerratssitzung nach den Geschehnissen von Sarajewo die Kriegserklärung an Serbien formuliert - ohne Beteiligung von Franz Josef - wurde, und dann vom Kaiser ganz einfach unterzeichnet, wird wohl Debatten in der Fachwelt auslösen. unterzeichnet wurde