Der Historiker und Publizist Edgard Haider nimmt den Leser mit in das Wien des Jahres 1914, auf Bälle und Feste, ins Theater, auf Strassen und Plätze, in Wohnhäuser und Paläste – in eine Stadt, deren Bewohner nicht wahrhaben wollen, dass auch Wien kurz vor dem Abgrund steht. Im Bewusstsein geblieben ist die verblüffende Euphorie über den Ausbruch des Krieges im Sommer, doch was sonst geschah in diesem Schicksalsjahr ist weitgehend vergessen. Haider hat zahlreiche Dokumente zusammengetragen, die einen Blick in die Welt vor hundert Jahren offenbaren. Prophetisch wirkende Analysen der politischen Lage, die eine neue Ordnung erahnen lassen, sind hier ebenso zu lesen wie grobe Fehleinschätzungen. Die Spurensuche führt zu heute skurril anmutenden Bräuchen und Moden, bringt aber auch überraschend Modernes zutage. Ein Tanz auf dem Vulkan, dessen Ausbruch wie eine lang ersehnte Erlösung bejubelt wird, in Wahrheit aber der Anfang vom Ende der alten Welt ist.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Bewertung
aus Wien
5/5
02.12.2013
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die letzten Monate vor Kriegsausbruch
Von Simmering nach Schönbrunn, von den Vorstädten zur Ringstrasse, vom Adel zu den Arbeitslosen führt uns der Autor dieses ausgezeichneten Buches.
Das Alltagsleben der Wiener wird hier anschaulich geschildert, viele Zitate aus der damaligen Presse lassen das Bild noch farbiger werden. Hier haben wir die echte "Welt von Gestern" - bei aller Wertschätzung für Stefan Zweig. Absolut lesenswert!
Marie-Therese Reisenauer
aus Wien
4/5
05.12.2013
Buch (Gebundene Ausgabe)
Keine Rede von Märchen
Otto Friedländer schrieb den Klassiker "Letzter Glanz der Märchenstadt" über Wien vor Ausbruch des großen Krieges. Nur, Wien war alles andere als eine Märchenstadt, auch wenn es Bälle und andere Festivitäten zu Hauf gab. Edgar Haiders Spurensuche nach dem Alltag in Wien des Jahres 1914, gibt genug Anlass zum Nachdenken. Aber auch zum urösterreichischen Spiel des 2wa wäre, wenn..".