Schweden in den 60er Jahren. Ein kleines Sommerhaus an einem der unzähligen Seen. Hier verbringen der 14jährige Erik und sein Freund Edmund die Ferien. Sie schwärmen von der jungen Aushilfslehrerin Ewa, die aussieht wie Kim Novak und sich schon bald beim Dorffest in voller Blüte zeigt. Zwei Tage später findet man die Leiche von Ewas Verlobtem, und Eriks älterer Bruder, der eine Affäre mit Ewa hatte, steht unter Mordverdacht. Der Täter wird jedoch nie gefunden. 25 Jahre später liest der erwachsene Erik zufällig einen Bericht über ungeklärte Verbrechen, und der Sommer von damals bricht mit aller Gewalt über ihn herein. Was ist damals wirklich geschehen?
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
marakkaram
aus Lingen
5/5
12.11.2013
Buch (Taschenbuch)
>>Da wurde mir plötzlich…
>>Da wurde mir plötzlich klar, wie sehr ich Edmund mochte. Es waren nur noch 2 Wochen bis zu dem SCHRECKLICHEN, meine Mutter lag im Krankhaus und starb an Krebs, ich hatte mir einen Zeh gebrochen, aber natürlich war es ein Spitzensommer. In jeder Hinsicht. Jedenfalls bis dahin.>> ~ ~ ~ Hakan Nesser`s Roman ist kein gewöhnlicher Krimi, sondern eher eine Geschichte über die letzten Tage einer Kindheit. Es ist Sommer 1962 und Eriks Mutter liegt im Sterben. Während sein Bruder bereits vor ein paar Jahren ausgezogen ist, verbringt Erik nun die Zeit allein mit seinem Vater daheim und die Männerkonversation geht über "Es wird ein harter Sommer." und "Es kommt, wie es kommt.", "Jaja, der Mensch denkt, Gott lenkt."-Sätzen nicht hinaus. Und so wird bei einem Besuch im Krankenhaus beschlossen, dass Erik die Schulferien zusammen mit seinem Bruder, dessen Freundin und einem Klassenkameraden in dem kleinem Häuschen am See verbringen soll. Aber sein Bruder taucht ohne Freundin auf und die Männerwirtschaft scheint perfekt. Es ist ein Sommer der Dosengerichte, des im See dümpelns, Bootsfahrten und Plumpsklos. Und auch die Absprache bzgl. Frauenbesuchen des älteren Bruders klappt reibungslos. Bis Henry mit Kim Novak auftaucht, der bildhübschen jungen Aushilfslehrerin und eigentlich die Freundin von Kanonen-Berra, einem knallharten Handballspieler... ~ ~ ~ Mein erstes Buch von Hakan Nesser und ich war bereits von den ersten Seiten an Fan. Es ist, wie gesagt, kein klassischer Krimi. Es ist eine Geschichte über das Leben in den 60igern, des Erwachsenwerdens und einer Jungenfreundschaft, in der ein Mord geschieht. Der Vergleich mit "Stand by me" von Stephen King ist jetzt sicherlich ein bisschen an den Haaren herbeigezogen, aber auch hier ging es eher um die "Reise", um das Drumherum. Allein schon die Sprachlosigkeit zwischen Vater und Sohn, deren Konversation sich ohne die Mutter allein auf Plattitüden beschränkt, damit man das Unaussprechliche nicht aussprechen muss, das fand ich schon sehr ergreifend und hat mich in seiner Schlichtheit sehr berührt. Das der Junge lieber 25 Minuten auf einem Krankenhausklo hockt, um nicht im Zimmer seiner Mutter sein zu müssen.... All dies fließt einfach so mit ein, ohne große Worte oder großen Emotionen und ist deshalb wahrscheinlich um so wirkungsvoller. Mich hat es hundertprozentig überzeugt. Leider wird es denjenigen schwerfallen, die einen spannenden Krimi mit Ermittler erwartet haben. Die sich dann auch bei dem doch recht offenem Ende die Haare raufen werden. Ich kann nur sagen, dass ich das Buch in einem Rutsch weggelesen habe, auch wenn teilweise nicht mehr geschieht, als das ganz "normale" Leben eines pubertierenden 14jährigen. Mit diesem Roman habe ich Hakan Nesser als einen klassischen Geschichtenerzähler kennengelernt, mit einem klaren und sehr flüssigem Schreibstil und werde mich gleich mal auf die Suche nach weiteren Geschichten oder vielleicht dann auch Krimis, von ihm machen.
Gudrun W
aus Bernau
5/5
12.11.2012
Buch (Taschenbuch)
Ein echter Schmöker
Es ist schon eine Freude, das kleine Buch von btb in die Hand zu nehmen. Das Titelbild stimmt ein in die schwedische Landschaft und die Stimmung, die hier beschrieben werden. In meinen letzten, mit weniger Freude gelesenen Büchern, hatte ich es vermißt das Beschreiben, das Führen des Lesers in Stimmungen, Landschaften, Menschen. Alles da. Überraschungen gibts auch. Das richtige Buch zum Entspannen.
PS: Die Jugendlichen finden nicht ihre heimliche Jugendliebe als Toten, sondern ein gestandenes Ekelpaket.
ML
aus Basel
5/5
07.10.2010
Buch (Taschenbuch)
Krimi trifft Roman
Hervorragend komponiertes Krimiromanwerk mit allen Elementen eines "Gerne-les-Buches".
Zwei Teenager finden eine Leiche - ihre (heimlich) verehrte Sommerliebe. Doch die Ermittlungen wollen nicht so recht gelingen und der Fall gerät ins Stocken.
Ein herrlicher Roman zum Erwachsenwerden mit Krimielementen (der in Bälde einen Nachfolger erhält!).
Allen Lesern 20-aufwärts wärmstens zu empfehlen und als Geschenk in gerade DIESER Ausgabe hervorragend für alle Gelegenheiten geeignet.
Kätschi
5/5
23.08.2008
Buch (Taschenbuch)
Typisch Hakan Nesser....
.... sind die lebhaften Charaktere, die zum Schmunzeln bringenden Dialoge (Wer bitte muss nicht lachen, wenn Erik und Edmund sich in wunderbaren Zweiwortsätzen ergießen....), eine einfache und darin brillierende Geschichte sowie ein überraschendes Ende, das man vor Staunen zweimal lesen muss.
"Kim Novak badete nie im See von Genezareth" ist von der ersten bis zur letzten Seite ein sprachlicher wie inhaltlicher Genuss. Kurzum: Absolut empfehlenswert!
Thomas Zörner
aus Lentia
5/5
28.07.2008
Buch (Taschenbuch)
Jugendkrimi
Eigentlich bin ich ja ein Fan der etwas härteren spannenden Literatur, sprich des Thrillers, doch dieser Autor der den Namen Hakan Nesser trägt, hat mich schon einige Zeit gereizt, nicht zuletzt auf Grund der tollen Cover seiner Bücher. Schlussendlich habe ich mich also hinreissen lassen und eines seiner Werke, und das sei gleich angemerkt, regelrecht verschlungen.
Der Roman mit dem kryptischen Titel "Kim Novak badete nie im See von Genezareth" handelt von dem 14jährigen Erik, der mit seinem Schulkamerad Edmund und seinem Bruder Henry, den Sommer in einer, der Familie gehörenden, Hütte an einem See verbringen soll. Die Hütte wird von allen Genezareth genannt, womit schon mal ein Teil des Titels entwirrt wäre. Kim Novak nun steht für Ewa Kaludis. Sie war kurz vor den Ferien Vertretung in Eriks Klasse und die gesamte Jungenschaft hatte sich ohne Umschweife in sie verliebt, allerdings war sie mit dem Handballspieler "Kanonen"-Berra liiert. Als Erik jedoch herausfindet, dass sein Bruder ein Verhältnis mit Ewa hat und ihr Verlobter kurz darauf in der nähe der Hütte tot aufgefunden wird, wird der Sommer noch richtig spannend.
Hakan Nessers Krimi liest sich streckenweise wie ein klassiches Jugendbuch, in Schweden wird es des öfteren sogar als Klassenlektüre verwendet, aber gleichzeitig webt der Autor eine nicht zu leugnende stetig vorhandene Spannung in seine Geschichte. Lange Zeit passiert nicht viel in Genezareth aber man hat stets das Gefühl als sei etwas kurz davor zu geschehen. Und so ist es ja schlussendlich auch.
Wenn Erwachsene aus der Sicht eines Kindes schreiben, kommt es oft vor, dass dies in keinster Weise glaubwürdig wird. Nesser jedoch schafft das Kunststück, den Ich-Erzähler so naiv wie eben ein 14jähriger oft noch ist, zu erscheinen.
Krimifans werden ihre helle Freude an Nessers extravagantem Buch haben, und ich lese schon seinen nächsten Roman.