Mit seiner Kometenschrift formuliert der Philosophieprofessor und Schriftsteller Pierre Bayle 1683 ein erstes überzeugendes Plädoyer für die französische Aufklärung. Darin sagt er am Beispiel der Kometensichtung Aberglauben und Vorurteilen den Kampf an und betont den Wert wissenschaftlicher Naturbeobachtung, insbesondere der Astronomie. Infolgedessen fordert Bayle die tradierte Gesellschaftsordnung heraus und plädiert für einen zivilen Staat und religiöse Toleranz. Schliesslich müsse ein Atheist nicht sittenloser sein als ein Gläubiger. Bayles Buch markiert den Beginn der französischen Frühaufklärung damit eher als die "Querelle des Anciens et des Modernes", die 1687 begann. Friedrich W. Stumm argumentiert hier überzeugend für eine Vordatierung in der Philosophiegeschichte.
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