Hamburg 1847: Eines Nachts wird zwischen Rödingsmarkt und Nikolaikirche ein unbekannter toter Mann aus dem Fleet gezogen. Die einzige Spur: zwei Ziegelsteine im Gehrock des Toten. Bei seinen Recherchen stösst der Commissarius Bischop auf höchst verdächtige Machenschaften in der Hamburger Politik nach dem grossen Brand 1842.
Kundinnen und Kunden meinen
3.0/5.0
Bewertung
aus Horst
3/5
05.09.2019
eBook (ePUB 3)
Der Tote im Fleet
Sehr interessant, viel Geschichte und Informationen aber mir fehlte die Spannung. Es ist kein Buch, das man zur Entspannung lesen kann. Es fordert Aufmerksamkeit.
Bewertung
4/5
17.09.2023
Buch (Taschenbuch)
Der erste Fall für Commissarius...
Der erste Fall für Commissarius Bischop führt den Leser ins Hamburg des Jahres 1847. Man spürt beim Lesen, die Liebe des Autors zur Stadt und ihrer Geschichte. Detailliert, faszinierend und spannend.
tassieteufel
3/5
07.09.2011
Buch (Taschenbuch)
Hamburg 1847, der große Brand…
Hamburg 1847, der große Brand liegt 5 Jahre zurück und hat immer noch deutliche Auswirkungen auf das Stadtbild, eines Nachts wird die Leiche eines Toten zwischen Nikolaikirche und Rödigsmarkt aus einem Fleet gezogen, in seinen Rocktaschen befindent sich nichts außer zwei ungewöhnlichen Ziegelsteinen. Der Tote ruft Commissarius Hendrik Bischopf auf den Plan, der bei seinen Ermittlungen auf recht dubiose Machenschaften in der Hamburger Politik stößt. Nach einem Hamburg Besuch wurde ich neugierig auf die Stadtgeschichte und stieß bei der Suche nach entsprechender Krimilektüre auf die Bücher von Boris Meyn. Obwohl das Buch mit einer Vielzahl von interessanten Informationen aufwartet, hat es mich als Krimi nicht wirklich überzeugt. Interessant waren zwar die Ausführungen zur Baugeschichte und ich habe auch viele Orte und Bauwerke, die mir beim Besuch der Stadt aufgefallen sind, wiedererkannt, aber zwischen der Fülle von Informationen zu Personen, Bautielen, Materialien und div. Ausführungen zu Architektur und Gestaltung des Stadtbildes kann man als Leser schon mal den Überblick verlieren, zumal der eigentliche Krimi dabei zu versickern droht. Boris Meyns Ermittler Hendrik Bischop verstrickt sich immer mehr in den Machenschaften der Hamburger Oberschicht und verliert dabei den eigentlichen Mordfall immer mehr aus den Augen, die letztendliche Auflösung des Krimifalles ist dann zwar in sich logisch und auch schlüssig, aber irgendwie hat es mich nicht so ganz zufrieden gestellt und nach der letzten Seite fragte ich mich unwillkürlich: das solls jetzt gewesen sein? Erwähnenswert ist aber auf jeden Fall die schöne Ausstattung des Buches mit einem Stadtplan einem ausführlichen Glossar zu bekannten Persönlichkeiten und diversen Fotos über das historische Hamburg. Fazit: historische Bau- und Stadtgeschichte wird hier anschaulich vermittelt, der eigentliche Krimifall gerät darüber aber etwas ins Hintertreffen und so richtig spannend wird es nie. Für meinen Geschmack fehlte hier die richtige Ausgewogenheit zwischen Krimi und historischer Hintergrundinfo, insgesamt recht informativ aber nur wenig spannend und als Leser muß man ganz schön bei der Stange bleiben um bei der Vielzahl der Personen und deren Verwickungen nicht den Überblick zu verlieren.
Bewertung
aus Hamburg
2/5
26.01.2020
Buch (Taschenbuch)
Fakten, Fakten, Fakten
Das Buch:
Es handelt sich bei diesem Buch um den ersten Teil einer mehrteiligen Serie von Verbrechen im historischen Hamburg. Wir befinden uns im Jahr 1847 – 5 Jahre nach dem großen Brand von 1842, bei dem große Teile der Innenstadt dem Feuer zum Opfer fielen.
Das Cover zeigt ein historisches Bild der Stadt Hamburg und hebt sich damit von heute üblichen Covers erfreulich ab. Auch der Klappentext trifft genau mein Interesse an Hamburgs Geschichte. Im Anhang befindet sich ein recht ausführlicher Epilog, in dem der Autor dem Leser Einblick in die belegbaren Fakten der Geschichte gewährt.
Worum geht’s?
Commissarius Hendrik Bischop wird eines Nachts zu einem Fleet gerufen, aus dem ein Toter geborgen wird, in dessen Taschen sich zwei Ziegelsteine gefunden werden und im Futter seines Mantels befinden sich Reste eines amtlich aussehenden Papiers. Niemand weiß, wer der Tote ist und was es mit den gefundenen Indizien auf sich hat. Eine Jagd nach der Identität des Toten und den Todesumständen durch die Hamburger Politik beginnt.
Charaktere:
Zitat S. 149: „Das personelle Geflecht hatte undurchschaubare Züge angenommen“. Genau dieser Gedanke, den Hendrik Bischop etwa zur Hälfte der Geschichte hat, dominiert auch meine Meinung zu diesem Buch. Der Leser wird mit so vielen Namen – zumeist historisch belegt – konfrontiert, dass es schwer fällt den Überblick zu behalten. Überdies sticht keiner der Charaktere tatsächlich heraus oder wird sonderlich tief gezeichnet. Das finde ich schade, denn gerade der Commissarius, welcher eine fiktive Person darstellt, hätte es meiner Ansicht nach verdient, dass man als Leser so etwas wie eine Verbindung zu ihm aufbaut. Hendrik Bischop hat es nämlich zwischen den ganzen Bauherren und Politikern wahrlich nicht leicht. Zudem fühlt er sich zur Tochter seines besten Freundes hingezogen. Aber auch diese Verbindung bleibt eher blass und unspektakulär.
Deshalb fällt es mir in diesem Fall sehr schwer, besonders viel über die eine oder andere Figur zu sagen. Ich kann noch nicht einmal feststellen, ob ich jemanden besonders mochte oder auch nicht, da mir tatsächlich kein Charakter tatsächlich nahe ging.
Historischer Hintergrund:
Der historische Hintergrund der Geschichte ist belegt und im Internet nachzuvollziehen. Mich hat die Geschichte mehr als nur einmal animiert nachzuschauen, was es mit den erwähnten Bauten und Zusammenhängen auf sich hat. Dies mag auch daran liegen, dass mir die Hamburgische Geschichte ohnehin sehr gefällt. Durch die Menge an Informationen, die der Autor dem Leser anbietet, ist es jedoch auch hier schwierig den Überblick zu behalten.
Gefallen hat mir jedoch, dass sich der Autor zunutze gemacht hat, dass die Brandursache nie wirklich aufgeklärt werden konnte. Dies hat zur Folge, dass sich der Leser Gedanken darüber macht, ob es sich möglicherweise – aufgrund der gelieferten Fakten – um Brandstiftung gehandelt haben könnte. Gesagt wird es so deutlich natürlich nie, aber zwischen den Zeilen findet man das ein oder andere Indiz.
Ebenfalls spannend finde ich den Umstand, dass viele der erwähnten Namen heute auf Straßenschildern in Hamburg zu finden sind, was eine weitere Suche im Internet interessant macht, sofern man sich für die Geschichte der Stadt interessiert.
Schreibstil:
Aufgrund der oben genannten Fakten liest sich der Roman ein bisschen wie ein Sachbuch, was mich als Leser in Erwartung eines Romans enttäuscht. Auch der Schreibstil des Autors erscheint etwas trocken und eben sehr sachlich, sodass kaum einmal etwas Stimmung aufkommt. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass die Stadt Hamburg 5 Jahre nach dem Brand eher grau in grau gewesen sein muss. Dies allerdings kann ich mir kaum vorstellen, denn auch nach dieser großen Katastrophe gab es Freizeitangebote, die der Autor auch selbst erwähnt.
Auffällig ist, dass der eigentliche Kriminalfall um den Toten aus dem Fleet eher im Hintergrund stattfindet – auch das stellt Hendrik Bischop irgendwann fest. Die Politik und die Wirtschaft dieser Zeit, die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Deputationen und die Familien- und Standesklüngeleien hingegen stehen weit im Vordergrund.
Fazit:
Die politische und wirtschaftliche Geschichte Hamburgs aus der Zeit nach dem großen Brand dominiert diese Geschichte meiner Ansicht nach zu sehr. Die Aspekte, die einen Roman, einen Krimi ausmachen kommen dahingehend zu kurz und der Leser kann sich nicht wirklich mit den Charakteren anfreunden. Wer Sachbücher mag, könnte diesen Roman als gute Lektüre empfinden, wer einen klassischen Krimi erwartet, dürfte enttäuscht werden. 2 von 5 Sternen.