Autorpoetik und das poetische Werk Durs Grünbeins
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
08.04.2005
Verlag
GRINSeitenzahl
80 (Printausgabe)
Dateigröße
858 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638363662
Wann genau die Lyrik ihre ersten Keime in Grünbein legte, weiss er selbst nicht genau zu sagen. Vielleicht war "da ein Ansatz, irgendein Zeichen für eine Poetik des Ersten Augenblicks" auf dem Vesuv seiner Kindheitserinnerung, jenem Müllberg - "ein Stillleben im zerbrochenen Rahmen" - bei seiner Heimatstadt Dresden . Vielleicht waren es aber auch erst "Novalis' Hymnen an die Nacht" , die den damals Fünfzehnjährigen derartig prägten, dass "es nicht lange dauern" konnte, bis auch er anfing zu schreiben. "Mit siebzehn" folgten dann die ersten "Notizen [...], kleine emphatische Schreiberein, die wie Gedichte aussahen und nur im engsten Kreis vorzeigbar waren" (V 39). Denkbar, sie legten den ersten Grundstein für den "Versuch einer Poetik" (V 39). Dem folgte die Berührung mit "Baudelaire" und den "Cantos des Ezra Pound", die den nun Achtzehnjährigen "jung und zitatengeil" hinterliessen. Für "jede literarische Einflüsterung offen" hat ihn "unmerklich [...] das Studium überkommen, seine erste recherche" (E 63).
Sein geheimer Kontrakt mit der Zeit, durch frühe Lektüre geschlossen, ist mit einem Mal rechtskräftig geworden. Er marschiert durch die Hintergründe, liest sich durch Fussnoten und Bibliographien und entdeckt den Zauber der Anspielung im Nebensatz. Was er jetzt von sich gibt, sich grossspurig herausnimmt, nennt er selbst, verführt von neusachlicher coolness, Versuche. Der Euphemismus Gedichte bleibt lange Tabu.
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