Das Problem der Machtinstanzen in Heinrich von Kleists 'Erdbeben von Chili'
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
20.02.2006
Verlag
GRINSeitenzahl
15 (Printausgabe)
Dateigröße
221 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638471701
Die Zeit in der Heinrich von Kleist das Erdbeben geschrieben hat, ist eine Zeit des Umbruchs. Ereignisse wie das Erdbeben von Lissabon, vor allem aber die Französische Revolution mit all ihren Schattenseiten, haben die Menschen verunsichert und die Grundsätze der Aufklärung in Frage gestellt.
Das Erdbeben lässt sich zwar nicht eindeutig einer literarischen Epoche zuordnen, es sollte aber im geschichtlichen Kontext seiner Entstehung gesehen werden, denn Bezüge zu historischen Ereignissen und zeitgenössischer Literatur sind nicht von der Hand zu weisen.
Die im Erdbeben geschilderten Ereignisse sind von keiner bestimmten Machtinstanz zu verantworten. Christliche Motive weisen auf die Existenz einer allmächtigen Gottheit hin, während in anderen Passagen alles zufällig und unvorhersehbar erscheint. Die Personen in der Erzählung könnte man als dritte Instanz verstehen, da dem Menschen spätestens seit der Aufklärung mit dem Verstand auch Eigenverantwortung und -macht zugesprochen wird.
Diese Problematik der verschiedenen Machtinstanzen spiegelt die Zerrissenheit und Verunsicherung in der damaligen Zeit wieder, und besonders das Theodizeeproblem beschäftigte die Menschen im 18. Jahrhundert.
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