Sprachnormen - ihre Geschichte, Funktion und Bedeutung für den Fremdsprachenunterricht
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
04.07.2007
Verlag
GRINSeitenzahl
23 (Printausgabe)
Dateigröße
297 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638740470
Die vorangehende Anekdote steht am Beginn dieser Arbeit, da in ihr eine Vermutung über den Zusammenhang zwischen einer bestimmten sprachlichen Varietät und der zu erwartenden Akzeptanz des transportierten Inhalts geäussert wird. Einfacher ausgedrückt: "Wer ,dat' und ,wat' sagt wird im Landtag nicht ernstgenommen." Mit der Schule wird zugleich auch die Institution benannt, der vermeintlich die Aufgabe zufällt, sprachliche Varietäten mit einer erwartungsgemäss niedrigeren Akzeptanz auszumerzen. Hinter dem Einwurf verbirgt sich also eine linguistische Hypothese mit weitreichenden Konsequenzen für die Sprachdidaktik:
1.) Die Benutzung bestimmter sprachlicher Varietäten verschafft ihren Sprechern in bestimmten kommunikativen Zusammenhängen eine höhere Akzeptanz, die Benutzung anderer Varietäten dagegen ist geeignet diese Akzeptanz von vorn herein zu untergraben.
2.) Da es die Aufgabe der Schule ist, die Schüler mit möglichst gleichen Chancen ins Berufsleben zu entlassen, muss sie diese dazu anhalten, sprachliche Charakteristika mit einer erwartungsgemäss niedrigen Akzeptanz abzulegen und sich statt dessen anderer sprachlicher Varietäten mit erwartungsgemäss höherer Akzeptanz zu bedienen.
Die Untersuchung dieser zweigliedrigen Hypothese ist Gegenstand der vorliegenden Arbeit. Dazu wird in einem ersten Schritt ein Blick auf die Geschichte sprachlicher Normen und ihrer Durchsetzung geworfen. In einem zweiten Schritt wird dieser Prozess dann am Beispiel des Französischen, das im Laufe der letzten 500 Jahre sehr weitgehenden und ausdauernden Versuchen einer Normierung ausgesetzt war, näher beleuchtet. Das Schicksal des Jiddischen und seiner Sprecher im 19. Jahrhundert wirft ein Licht auf den Zusammenhang zwischen Sprachnorm und sozialer Diskriminierung. Im dritten und letzten Schritt werden dann die Konsequenzen aus dem Vorangegangenen für den Fremdsprachenunterricht an deutschen Schulen erörtert.
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