Die frühen Christen und ihr Verhältnis zum römischen Staat
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
29.09.2005
Verlag
GRINSeitenzahl
33 (Printausgabe)
Dateigröße
623 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638422147
Gladiatoren zum Tode gerufen hatte, schritt jetzt gemessen über den Sand und schlug dreimal an die Pforte. Ein tiefes Murmeln durchflog die Sitzreihen. 'Christen!'"
Der Roman Quo vadis, für den Heinrich Sienkiewicz 1905 den Nobelpreis erhielt, zeichnet ein düsteres, endzeitliches Portrait der Zustände im neronianischen Rom: Vor dem Hintergrund von moralischem Verfall, Dekadenz, Aberglaube und Hysterie geraten die Anhänger der neuen christlichen Religion in ein Komplott des wahnsinnigen Kaisers Nero, der sie zum Sündenbock für den Brand der Hauptstadt bestimmt, verfolgen, foltern und anschliessend publikumswirksam hinrichten lässt. Über diese erste römische Verfolgung von Christen, die bis dahin relativ unscheinbar und sicher im Schatten des staatlich geduldeten und mit gewissen Privilegien ausgestatteten Judentums gelebt hatten, berichtet als erste Quelle mit einem gehörigen zeitlichen Abstand Tacitus in seinen Annales. Er vermittelt uns, abgesehen von teilweise recht fragwürdigen historischen Fakten, vor allem einen Eindruck davon, wie ein gebildeter Römer seiner Zeit die Anhänger dieser neuen Sekte sah, und mit welchem Argwohn und welchen Vorurteilen die heidnische Bevölkerung ihnen gegenüber stand. Und wenn es auch bis in das dritte nachchristliche Jahrhundert keine reichsweite Verfolgung der christlichen Religion gab, so war doch auch das Verhalten des römischen Staates gegenüber den Christen, wenn sie denn miteinander in Berührung kamen, durch Misstrauen, Unwissen, Unverständnis oder Verachtung geprägt. Dies lag nicht zuletzt an der abgeschotteten Lebensweise der frühen Christen; fehlende Informationen sowie an ihre Stelle tretende Gerüchte machten sie vollends zu Aussenseitern der Gesellschaft, auch wenn sie selber, wie u.a. ein Blick in die Briefe des Apostels Paulus zeigen wird, sich durchaus zum römischen Staat als von Gott gewollter Institution bekannten und für dessen Erhaltung beteten.
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