Die Figuren in Franz Kafkas Erzählung 'Die Verwandlung' und ihre Beziehungen untereinander als Spiegelbild der kleinbürgerlichen Gesellschaft
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
06.10.2005
Verlag
GRINSeitenzahl
61 (Printausgabe)
Dateigröße
416 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638424042
Trotz ihres fiktionalen Charakters verweist die Erzählung auf reale Mechanismen der Gewalt, der Entfremdung und der Verdrängung, nach denen die kapitalistisch-kleinbürgerliche Gesellschaft in der Realität funktioniert. So lassen sich an den Figuren der Erzählung bestimmte typische Verhaltensmuster beobachten, die zur Ausgrenzung Gregors, sowie zum Erhalt der kleinbürgerlichen Ordnung führen.
Der Vater repräsentiert hier die konservative Kraft des Patriarchen, dessen Macht innerhalb der Familie die Grundlage, auf der sie einst aufgebaut wurde, schon verloren hat. Die Mutter dagegen ist diejenige, die sich fügt. Ihrer Schwäche entspricht eine zwischenmenschliche Sensibilität, die sie aber nicht durchzusetzen vermag. Bei ihr wirken die Verdrängungsmechanismen am stärksten. In Grete sehen wir eine sich heranbildende Macht. Ausgehend von ihrer ehemaligen Aussenseiterposition erarbeitet sie sich ihre Autorität, ohne die kleinbürgerliche Ordnung, in deren Schutz sie gedeiht, zu verlassen. Gregor ist das Gegenbild dazu und zeichnet sich in erster Linie durch seine Passivität aus. Er glaubt, durch das Zurechtdefinieren dessen, was sein sollte, auf die Realität Einfluss üben zu können. Zu den Familienmitgliedern kommen noch Nebenfiguren, die bestimmte Eigenschaften der Samsas zutage bringen oder diese karikieren. So bilden die drei Zimmerherren ein Gegenbild zu Gregor und zeigen gleichzeitig die Welt, aus der er kommt. Zudem zeigt sich die unterwürfige Seite der Familie im Verhalten ihnen gegenüber. Ähnlich fördert der Prokurist das nach aussen hin um Maskierung bemühte Auftreten des Vaters sowie Gregors bisherige Abhängigkeit vom Beruf zutage. Zu guter Letzt ist die Bedienerin, welche die Realität unverblümt darstellt, ein Spiegel, welcher der Familie vorgehalten wird.
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