Humorvoll und doch tiefgründig den Menschen durchschauend
Wer Ludwig Thoma liest, denk in erster Linie an eine ordentliche Prise Humor. Und dennoch wird man in Thomas' Stück Lokalbahn, wohlweislich als Komödie tituliert, auch tiefgründigere Anklänge finden. Verpackt im dialektalen Stil, zeichnet Thoma das Bild einer Dorfidylle, die ins Wanken gerät, nachdem der anfängliche Freudenschrei als Bedrohung für das eigene Ich erkannt wird. Aus Jubel wird Trubel, aus Heiterkeit Ernst. Wie schnell die Bande zwischen Freunden brechen, welcher Stellenwert der Liebe zukommt, wenn die Karriere in Gefahr ist, all das zeigt Thoma aufs banalste vereinfacht und doch deutlich wie nie. Der Leser soll lachen und doch verstehen, dass selbst der heitere Schluss nur eine Parodie auf die herrschende Gesellschaft ist.