In den letzten Jahren sind die Termini Compliance und Compliance-Management in der deutschsprachigen Wirtschaftswelt mehr und mehr in den Fokus gerückt. Insbesondere global agierende Grossunternehmen haben ein aktives Bewusstsein dafür entwickelt, welche Risiken und Gefahren sich aus Fehlverhalten im Kontext wirtschaftlicher Austauschbeziehungen ergeben können. Dabei geht es nicht primär um die bereits zuvor bewusst wahrgenommene Pflicht, sich an die jeweiligen nationalen bzw. internationalen Normen zu halten. Es geht vielmehr um das Bewusstsein, dass sich Compliance, also normengerechtes Verhalten, im Unternehmen nicht einfach von selbst vollzieht. Dementsprechend wurden vor allem auf der Ebene der Grossunternehmen Organisationsstrukturen, Werteordnungen, Best Practices etc. für die aktive Compliance-Steuerung entwickelt. Im sogenannten deutschen Mittelstand sind entsprechend der aktuellen Berichterstattung in Medien sowie Studien diverser Beratungsgesellschaften sowohl die Compliance-Risiken als auch deren systematisches Management kaum als Thema präsent. Unter diesem Aspekt und weil sich wissenschaftliche Publikationen vornehmlich auf Grossunternehmen beziehen, sollen im Rahmen dieser Arbeit jene Unternehmen betrachtet werden, die in der gesellschaftlichen Wahrnehmung als KMU bzw. Mittelstand geführt werden.
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