Der österreichische Künstler Herbert Stattler hat in seinem Buch „Ornament Stadt“ 16 Entwürfe von Idealstädten in präzise Bleistiftzeichnungen übertragen. Urbane Utopien von der Renaissance bis ins 20. Jahrhundert werden von Stattler wieder und wieder reproduziert. Bis die Idealstadt sich zum Ornament vervielfacht: Fächer und konzentrische Kreise, wiederkehrende Blasen und auseinandertreibende Sterne. Aber im Detail, in der Bewegung des Bleistifts, der die Vorlage wiederholt, findet sich eine Lebendigkeit, die den „grossen Plan“ angenehm konterkariert. Die Gestaltung des Buches lehnt sich an Mappen an, wie sie Stadtplaner und Zeichner benutzen. Die Blätter sind so gefaltet, dass die Zeichnungen in Originalgrösse erscheinen. Erst beim näheren Betrachten sieht man, dass sie mit Bleistift gezeichnet sind. Der Strich ist nicht immer perfekt, die Zeichnung löst sich so von den Utopien der Architekten,die an vollkommene Stadtideale glaubten. „Ornament Stadt“ erscheint anlässlich der Einzelausstellung imÖsterreichischen Kulturforum Berlin.
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