Der Autor der Indianergeschichten war des jungen Josef Winkler Lektüregott. Als der älter und selber Autor (und 2008 Georg-Büchner-Preisträger) Gewordene ein halbes Jahrhundert nach seiner ersten Begegnung die drei »Winnetou«-Bände sowie »Weihnacht« wiederlas und die Bilder Sascha Schneiders betrachtete, entstanden vier Nacherzählungen der wichtigsten Szenen. Eingeleitet werden sie von der Titelgeschichte »Winnetou, Abel und ich«, die noch einmal in Winklers Kärntner Indianerkindheit zurückführt. »Mutter und Vater beäugten mich beim Lesen mit misstrauischen Blicken, denn die Nachbarin sagte einmal zu meiner ahnungslosen Mutter, die ihr ganzes Leben kein Buch gelesen hatte: >Karl May verdirbt ihn!< Erlöst wurde ich erst vom Tierarzt, dem vornehmen Dr. Weber, der nach einer Operation im Stall, als er in der Küche mit einer Terpentinseife seine Hände wusch und dabei fragte, was ich denn da lese, in Anwesenheit meiner Eltern ein Lob spendete: >Sehr gut! Sehr gut!<«
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Marie-Therese Reisenauer
aus Wien
4/5
22.10.2014
Buch (Taschenbuch)
Karl May reloaded
Der Bub Josef Winkler las mit großer Begeisterung Karl May. Misstrauisch beäugt von seiner Mutter, die dem Wort der Nachbarin "Karl may macht ih kaputt" Glauben schenkte. Dem wiederum stand das lapidare "gut, sehr gut", des Tierarztes gegenüber, dem Vater Winkler die Lesegewohnheiten seines Sohnes offenbarte. Der Autor Josef Winkler, las nach Jahrzehnten wiederum die drei Winnetou-Bände und "Weihnacht", und als Konsequenz davon, stürzte er sich in das literarische Abenteuer der Nacherzählung. Sehr gelungen!