Wolfgang Streeck legt in seinen Frankfurter Adorno-Vorlesungen die Wurzeln der gegenwärtigen Finanz-, Fiskal- und Wirtschaftskrise frei, indem er sie als Moment der langen neoliberalen Transformation des Nachkriegskapitalismus beschreibt. Er analysiert, wie sich die Spannung zwischen Demokratie und Kapitalismus über vier Jahrzehnte entfaltet hat und welche Konflikte daraus resultierten. Schliesslich beleuchtet er den Umbau des europäischen Staatensystems und fragt nach den Aussichten für eine Wiederherstellung sozialer und wirtschaftlicher Stabilität. Im neuen Nachwort zur Taschenbuchausgabe zieht er eine erste Bilanz.
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15.01.2021
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Streeck beschreibt die Entwicklung des Kapitalismus in den reichen westlichen Demokratien seit der Nachkriegszeit. Ausgehend von Ansichten der 60er und 70er Jahre, die den Kapitalismus seiner klassenkämpferischen Reißzähne beraubt sahen, zeigt er die Phasen seiner durch Neoliberalismus getriebenen Entwicklung vom Steuerstaat über den Schuldenstaat zum Konsolidierungsstaat. Er erklärt sehr schlüssig, die dieser Entwicklung innewohnende Logik und Dynamik und verhilft die aktuellen Vorgänge (im Jahre 2015) sehr gut zu verstehen. Dies betrifft insbesondere die Rolle des Euro als Rammbock des europäischen Neoliberalismus. Am Ende gibt Streeck einen Ausblick auf mögliche Entwicklungsalternativen, auf die wir uns einstellen können und auf die wir reagieren sollten.