Maria ist achtzehn und möchte raus aus Portugal. Mitte der Siebzigerjahre bietet das Land einer jungen Frau wenig Perspektiven. Maria aber will nicht heiraten und Kinder kriegen, sie will mehr vom Leben. Als das neue Jahrzehnt anbricht, geht sie nach Berlin, beginnt ein Studium und eine Beziehung mit einem rebellischen Theatermacher, die bald scheitert. Allen Plänen vom unabhängigen Leben zum Trotz findet sich Maria schliesslich als Ehefrau und Mutter in der nordrhein-westfälischen Provinz wieder und schaut ihrem Mann Hartmut beim Karrieremachen zu. Lang arrangiert sie sich mit den Verhältnissen, aber als die Tochter erwachsen und auf dem Sprung aus dem Haus ist, trifft Maria eine Entscheidung.Lissabon nach der Nelkenrevolution, die Hausbesetzerszene in Westberlin, die deutsche Provinz vor und nach der Wende: Stephan Thome erzählt in markanten, spannungsreichen Szenen eine bekannte Geschichte neu und völlig anders. Gegenspiel ist ein berührender und manchmal verstörender Roman über Täuschung und Selbsttäuschung, über Aufbruch und Verantwortung, auch gegenüber dem eigenen Leben – ein Roman voller Empathie und psychologischer Raffinesse.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
sommerlese
3/5
09.11.2015
Buch (Gebundene Ausgabe)
Dieser Roman zeugt von einem…
Dieser Roman zeugt von einem wunderbaren Schreibstil Stephan Thomes und enthält viele philosophische Gedankengänge und Gespräche, die nach der Selbstverwirklichung im Leben fragen und die Möglichkeiten dafür am Leben Marias verdeutlichen. Es gibt viele Schlüssel-Szenen, die ihren Aufbruch, ihre Verstörtheit und ihr Aufbegehren gegen ihr Familienleben aufzeigen. Ihre Suche nach den gelebten Träumen wird spürbar. Das berührt und zeigt eine große Empathie mit dieser Protagonistin. Richtig sympathisch wird sie mir allerdings nicht, zu sehr ist sie mit sich selbst beschäftigt und gibt gern die Verantwortung für ihre Tochter, die relativ ungewollt beschrieben wird, aus der Hand. Ihr Fremdgehen und ihre beinah lieblos geführten Affairen scheint sie als Ausweg aus ihrer Situation zu sehen und hofft scheinbar dadurch auf ein erfülltes Leben. Was ihr allerdings fehlt ist eine ordentliche Portion Selbstvertrauen, Zufriedenheit und Angekommensein im Leben. Ihr fehlendes Berufsleben macht ihr in dieser Rolle als Frau und Mutter zu schaffen und auch mit Hartmut redet sie nicht über ihre Wünsche. Daher versucht sie einen Neustart als die Tochter auszieht. Aber was will sie wirklich? Wie haben sich diese Wünsche und Sehnsüchte des Lebens gewandelt? Hat sie den Mut, ohne die Gefährten ihres Lebens, einen neuen Weg zu beschreiten? In diesem Buch wird häufig die Zeitebene gewechselt, die Gegenwart und Rückblicke in Marias Jugend werden etwas ungeordnet gemischt. Diese Übergänge haben mich anfangs verwirrt, später konnte ich sie vom Kontext her einordnen. Hier hätte ich mir eine einsichtigere Lösung gewünscht. Dieses Buch setzt ein Zeichen für Lebensträume und ihre Verwirklichung auch unter Einbeziehung der Wünsche anderer Mitmenschen. Denn man lebt nie nur allein, auch die Partner haben Wünsche und die Verantwortung für das eigene Leben zieht immer auch die Verantwortung für andere nach sich. Ein nachdenklich machender Roman, der das Leben, die Freiheit des Einzelnen und die Gemeinschaft hinterfragt. Einige Längen haben mir das Lesen und Geniessen jedoch erschwert.
Bewertung
aus Berlin
5/5
10.08.2017
Buch (Taschenbuch)
Ich empfehle diesen Roman,weil...
Ich empfehle diesen Roman,weil Stephan Thome ein ausgezeichneter Beobachter ist und sich bei der Entwicklung seiner Charaktere Zeit lässt. Fazit sehr lesenswert!
Bewertung
5/5
16.03.2016
Buch (Taschenbuch)
Großartiges Frauenporträt und...
Großartiges Frauenporträt und Psychogramm einer Ehe. Besonders die Schilderungen der unruhigen 80er Jahre in Berlin entwickeln eine Sogwirkung. Lesenswert!
Bewertung
4/5
16.03.2016
Buch (Taschenbuch)
Die Portugiesin Maria lebt seit...
Die Portugiesin Maria lebt seit Jahrzehnten in Deutschland, ist mit einem Deutschen verheiratet.Diese Ehe steht auf dem Prüfstand und Maria zieht Bilanz. Intelligent und emotional
Bewertung
3/5
10.08.2017
Buch (Taschenbuch)
Familien- und Geschichtsroman...
Familien- und Geschichtsroman mit starkem Portugal-Bezug, der zugleich viel über die alte Bundesrepublik erzählt.