Wer neue Ideen hat, stösst oftmals erst auf Ablehnung. Das ist in den Naturwissenschaften und in der Medizin nicht anders als im alltäglichen Leben. Wie der Autor eindrucksvoll darstellt, haben viele wissenschaftliche Erkenntnisse und heute allgemein anerkannte Theorien mitunter Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte benötigt, ehe sie von den Koryphäen der damaligen Zeit endlich akzeptiert wurden. Manche Entdecker wurden gar erst posthum gefeiert, und so manch grosser Name erscheint in wenig strahlendem Licht, wenn man seine Irrtümer genauer unter die Lupe nimmt. Und das versteht der Autor vorzüglich, ohne dabei Schadenfreude aufkommen zu lassen. Ein kurzweiliges Lesevergnügen nicht nur für wissenschaftlich oder historisch Interessierte!
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4.0/5.0
Karl Schäfer
4/5
08.05.2017
Buch (Taschenbuch)
Erkenntnisse über Irrtümer in Medizin und Naturwissenschaften unterhaltsam vermittelt
Themen:
Der Band ist klar in zwei Teile gegliedert. Der ersten Teil beleuchtet Fragen nach Definition, Naturgesetzen, Modell, Paradigmenwechsel und Fortschritt sowie die Frage wie viel Naturwissenschaft in der Medizin steckt.
Der zweite Teil widmet sich bekannten und weniger bekannten Irrtümern aus den Gebieten Medizin. Biologie, Chemie, Physik und Geologie.
Jedes Kapitel des ersten Teils endet mit nützlichen Literaturangaben. So können manche Teilthemen bei Bedarf noch vertieft werden.
Bewertung: Der Autor versteht es, die Thematik für einen breiten Leserkreis gut verständlich und interessant darzustellen und dennoch ein angemessenes Niveau zu halten. Allerdings ist er bei der Behandlung der Beurteilung der Homöopathie selber einem Irrtum unterlegen, wenn er auf Seite 72f schreibt: Die Tatsache, dass nach heutigem Kenntnisstand die Homöopathie naturwissenschaftlich nicht vollständig erklärbar ist, rechtfertigt keine Fundamentalkritik. Eine Lehre, die derart im krassen Widerspruch zu heutigen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen steht und in den meisten gut designten Studien nicht über den Placeboeffekt hinaus kommt, wird ihre behauptete Wirksamkeit auch zukünftig nicht beweisen können. Der im Buch angeführte Fall kann schon deshalb nicht als Beweis gelten, weil danach geschehen noch keinesfalls bedeutet deswegen geschehen.