Der deutsche Architekt und Chinaforscher Ernst Boerschmann besuchte 1933 für drei Monate die Städte Hongkong, Macau und Kanton (heute Guangzhou). Gerade Kanton wandelte sich in dieser Zeit von einer traditionellen zu einer funktional gegliederten Grossstadt. Boerschmanns bislang unpublizierte Beschreibungen einer radikalen Stadtstrukturveränderung haben achtzig Jahre später noch einen aktuellen Bezug, denn viele seiner Beobachtungen sind beim heutigen Bauboom am Perlflussdelta erneut zu machen. Die gewaltigen Strassenraster, die Einebnung von Bergen, die Zerstörung historischer Bausubstanz und der behördliche Umgang mit den Bewohnern - all das klingt in seinem Bericht so, als ob aktuelle Probleme aufgerufen würden.
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