Einflüsse des Existenzialismus bei Friedrich Dürrenmatt
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
25.03.2015
Verlag
GRINSeitenzahl
28
Maße (L/B/H)
21/14.8/0.3 cm
Gewicht
56 g
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-656-92704-4
Auch in seinen Werken, besonders im Frühwerk, sind philosophische Haltungen Dürrenmatts zu finden, etwa zum Nihilismus oder zum Existenzialismus. Seinen Philosophien hält er oft auch Ideologien entgegen, die sich in immer wiederkehrenden Handlungsmotiven von Figuren Dürrenmatts zeigen. So schreibt etwa Werner Oberle über den unbequemen Dürrenmatt auf die Frage, ob jener ein Nihilist sei:
"Als Ill an der Zuverlässigkeit und Redlichkeit seiner Mitbürger mit Recht zweifelt, wirft ihm der Bürgermeister vor, er habe einen nihilistischen Zug. Wenn Nihilismus Zweifel an der Vollkommenheit, Anständigkeit, Redlichkeit, Wahrhaftigkeit und Harmonie unserer menschlichen Welt bedeutet, dann ist Dürrenmatt Nihilist, so gut wie Jacob Burckhardt, so gut wie Gotthelf und Barlach. Wenn Nihilismus ferner darin bestehen soll, dass menschliche Freuden und Leiden und Errungenschaften nicht als absolute Grössen genommen werden, wenn sie vielmehr im Vergleich zur gesamten Schöpfung oder zur Unendlichkeit Gottes oder angesichts des Todes in grotesker Zwerghaftigkeit erscheinen, so ist er ebenfalls Nihilist, so gut wie Jean Paul oder Büchner. Versteht man aber unter Nihilismus das Leugnen aller Massstäbe, die Gleichwertigkeit aller Werte, die Wertlosigkeit aller Einsichten und womöglich noch den Genuss an dem gestaltlosen Mischmasch, dann ist Dürrenmatt nicht Nihilist." (Werner Oberle: Der unbequeme Dürrenmatt. Fragen und Antworten. In: Über Friedrich Dürrenmat, hrsg. von Daniel Keel, Zürich. 1980, S. 45)
Wie Oberle über Dürrenmatt denkt wird klar, dass er ihn nicht für einen Nihilisten im traditionellen, vielleicht im Sinne Nietzsches, hält, sondern ihn als einen echten Zweifler sieht, jemand, der Begebenheiten hinterfragen kann und zwar Jenseits von Ideologien und indoktrinierten Ansichten.
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