Der Umgang mit Sterben und Tod in Deutschland Eine Feldstudie beim Hospizverein in Würzburg
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
07.01.2014
Verlag
GRINSeitenzahl
128 (Printausgabe)
Dateigröße
618 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783656568056
Voraussetzung für das Verständnis des heutigen Umgangs mit Sterben und Tod ist die Bestandsaufnahme der kulturellen Ausdrucksformen, Vorstellungen und der Verhaltensmuster im Zusammenhang mit Sterben und Tod in der Vergangenheit und Neuzeit der deutschen und anderer Gesellschaften: Wo und wie wird gestorben, was bedeutet der Tod sowohl für die von ihm betroffene Gemeinschaft als auch den Einzelnen, wie wird der Leichnam behandelt, wie wird getrauert, was hat sich im Vergleich zu früher geändert?
Dies geschieht auch unter der Fragestellung, ob die stetige Veränderung der Sozialstruktur, die zwangsläufig bei einer zunehmenden Industrialisierung und Individuation eintreten muss, zu einer spezifischen Haltung gegenüber dem Phänomen des Sterbens und des Todes führt. In diesem Zusammenhang wird einerseits ein Exkurs zu den indigenen Völkern, ihrem Umgang und insbesondere deren Rituale um Sterben und Tod und andererseits in die Vergangenheit der deutschen Gesellschaft notwendig sein.
Heute sind solche Rituale weitgehend in Vergessenheit geraten. Dem modernen Menschen bietet sich darüber hinaus kaum noch die Möglichkeit, Erfahrungen durch das unmittelbare Erleben von Sterben und Tod zu sammeln. Dies hat zur Folge, dass er ohne durch die Gesellschaft vorgegebene Verhaltensmuster zur Kanalisierung seiner Emotionen mit einer ungewohnten Situation konfrontiert ist. Neben anderen Determinanten führt das Fehlen einer Sterbe- und Todeskultur in der gegenwärtigen deutschen Gesellschaft zu Unsicherheit im Umgang mit Sterben und Tod.
Nicht nur die Veränderung der Sozialstruktur, sondern auch die normative, kulturelle, ökonomische und medizinisch-technische Entwicklung der deutschen Gesellschaft zog eine veränderte Sicht und folglich einen anderen Umgang mit Sterben und Tod nach sich. Durch diesen umfangreichen Wandel verlor der Tod seine existenzielle Bedeutung sowohl für die Gemeinschaft insgesamt als auch für das Individuum.
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