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Amerika

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

05.05.2015

Verlag

BoD - Books on Demand

Seitenzahl

292 (Printausgabe)

Dateigröße

823 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783734791499

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ePUB

eBooks im ePUB-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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Barrierefreiheit

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Erscheinungsdatum

05.05.2015

Verlag

BoD - Books on Demand

Seitenzahl

292 (Printausgabe)

Dateigröße

823 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783734791499

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Homo homini lupus Manchmal…

Bories vom Berg aus München am 19.07.2013

Bewertungsnummer: 2708322

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Homo homini lupus Manchmal erweist es sich als äußerst segensreich, wenn Nachlaßverwalter einen Wunsch des Verstorbenen ignorieren. Im vorliegenden Fall war es Max Brod, der mit einer posthumen Veröffentlichung vieler Werke seines Freundes Franz Kafka gegen dessen erklärten Willen gehandelt hat. Neben vielem Anderen wurden so auch die in der Reihenfolge ihres Entstehens aufgezählten drei Romane «Amerika», «Der Prozeß» und «Das Schloß» veröffentlicht. Ein Jammer, wenn dies nicht geschehen wäre! Ersterer wird heute auch unter dem Titel «Der Verschollene» verlegt, was zu dem Erzählten, wie ich es interpretiere, in der tatsächlich vorliegenden fragmentarischen Form keinesfalls besser passt als der von Brod gewählte Titel «Amerika». Verschollen nämlich ist hier niemand, der tragische 17-jährige Held des Romans, Karl Roßmann, wird von seinen Eltern in die USA geschickt, weil er sich von einem doppelt so alten Dienstmädchen hat verführen lassen, die dann prompt auch schwanger wurde. Er wird also regelrecht abgeschoben von seinen Eltern, um als Auswanderer, wie schon so viele andere vor ihm, in der Neuen Welt sein Glück zu machen. Aber was er dann erlebt im «Land der unbegrenzten Möglichkeiten», das ist alles andere als Glück, er findet sich auf einer permanenten Abwärtsspirale wieder, seine Situation wird immer unerfreulicher und beklemmender, obwohl er sich als bescheidener, fleißiger und aufgeweckter junger Mann alle Mühe gibt, obwohl er sich für keinen Job zu schade ist. Kafkas literarische Ausdrucksform, dieser typisch lakonische, rätselhafte und bedrohlich wirkende, aber glasklare Schreibstil erzeugt eine albtraumartige Stimmung beim Leser, der unwillkürlich mit dem Protagonisten mitfühlt, ungewollt tief hineingezogen wird in die Verstrickungen der Geschichte und ihrer traumatischen Wendungen. Der Held erscheint uns wie jemand, der ins Moor gefallen ist und nun durch jede seiner Bewegungen, mit denen er sich retten will, immer tiefer hinein sinkt. Dieses typische dem Unrecht und der Schikane ausgeliefert sein des gutwilligen Individuums, das sich ähnlich auch in den beiden anderen Romanen der Trilogie findet und hier wie dort zu gleichermaßen bedrohlichen wie grotesken Situationen führt, hat das sogar dudenwürdige Adjektiv kafkaesk entstehen lassen, dem Autor somit ein weiteres Denkmal setzend über sein Werk hinaus. «Homo homini lupus», so hat der englische Philosoph Thomas Hobbes kurz und knapp in seiner berühmten Staatstheorie mit dem Titel «Leviathan» seine Prämisse formuliert, der Mensch ist dem Menschen ein Wolf. «Amerika» nun, - ich bleibe bewusst bei diesem Romantitel, weil er perfekt passt zu dieser Geschichte -, ist der schlagende Beweis für die Richtigkeit der These, sei es in der Fiktion dieses Romans oder in der heutigen Wirklichkeit eines Staates, dessen Rüpelhaftigkeit nicht nur durch den aktuellen Skandal um den US-Geheimdienst NSA demonstriert wird. Eine Nation, in der es mehr Schusswaffen gibt als Einwohner, genau deren raue Mentalität hat Kafka in seinem Roman gekonnt benutzt, um sein Thema zu verdeutlichen, er hätte sich keinen besseren Handlungsort aussuchen können. Bestens passend dazu ist die Schilderung der gigantischen Handelsfirma des reichen Onkels wie auch das nicht minder riesenhafte Hotel «Occidental», und die Krone dieser Monstrositäten ist im letzten Kapitel das «Naturtheater von Oklahoma», für das in einer ebenso kitschigen wie absurden Anwerbeveranstaltung massenhaft Leute gesucht werden. Mit hunderten Posaune blasenden Engeln und Teufeln am Eingang eine deutliche Metapher für das Jenseits, denn trotz aller Gespräche und Prüfungen steht eines vorab schon fest: Genommen wird jeder! Ein toller Roman für Leser, die Absurdes nicht irritiert, die den Faden der Handlung gerne selbst weiterspinnen und sich durch das Fragmentarische mit Wonne zu eigenen Gedankengängen inspirieren lassen möchten.

Homo homini lupus Manchmal…

Bories vom Berg aus München am 19.07.2013
Bewertungsnummer: 2708322
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Homo homini lupus Manchmal erweist es sich als äußerst segensreich, wenn Nachlaßverwalter einen Wunsch des Verstorbenen ignorieren. Im vorliegenden Fall war es Max Brod, der mit einer posthumen Veröffentlichung vieler Werke seines Freundes Franz Kafka gegen dessen erklärten Willen gehandelt hat. Neben vielem Anderen wurden so auch die in der Reihenfolge ihres Entstehens aufgezählten drei Romane «Amerika», «Der Prozeß» und «Das Schloß» veröffentlicht. Ein Jammer, wenn dies nicht geschehen wäre! Ersterer wird heute auch unter dem Titel «Der Verschollene» verlegt, was zu dem Erzählten, wie ich es interpretiere, in der tatsächlich vorliegenden fragmentarischen Form keinesfalls besser passt als der von Brod gewählte Titel «Amerika». Verschollen nämlich ist hier niemand, der tragische 17-jährige Held des Romans, Karl Roßmann, wird von seinen Eltern in die USA geschickt, weil er sich von einem doppelt so alten Dienstmädchen hat verführen lassen, die dann prompt auch schwanger wurde. Er wird also regelrecht abgeschoben von seinen Eltern, um als Auswanderer, wie schon so viele andere vor ihm, in der Neuen Welt sein Glück zu machen. Aber was er dann erlebt im «Land der unbegrenzten Möglichkeiten», das ist alles andere als Glück, er findet sich auf einer permanenten Abwärtsspirale wieder, seine Situation wird immer unerfreulicher und beklemmender, obwohl er sich als bescheidener, fleißiger und aufgeweckter junger Mann alle Mühe gibt, obwohl er sich für keinen Job zu schade ist. Kafkas literarische Ausdrucksform, dieser typisch lakonische, rätselhafte und bedrohlich wirkende, aber glasklare Schreibstil erzeugt eine albtraumartige Stimmung beim Leser, der unwillkürlich mit dem Protagonisten mitfühlt, ungewollt tief hineingezogen wird in die Verstrickungen der Geschichte und ihrer traumatischen Wendungen. Der Held erscheint uns wie jemand, der ins Moor gefallen ist und nun durch jede seiner Bewegungen, mit denen er sich retten will, immer tiefer hinein sinkt. Dieses typische dem Unrecht und der Schikane ausgeliefert sein des gutwilligen Individuums, das sich ähnlich auch in den beiden anderen Romanen der Trilogie findet und hier wie dort zu gleichermaßen bedrohlichen wie grotesken Situationen führt, hat das sogar dudenwürdige Adjektiv kafkaesk entstehen lassen, dem Autor somit ein weiteres Denkmal setzend über sein Werk hinaus. «Homo homini lupus», so hat der englische Philosoph Thomas Hobbes kurz und knapp in seiner berühmten Staatstheorie mit dem Titel «Leviathan» seine Prämisse formuliert, der Mensch ist dem Menschen ein Wolf. «Amerika» nun, - ich bleibe bewusst bei diesem Romantitel, weil er perfekt passt zu dieser Geschichte -, ist der schlagende Beweis für die Richtigkeit der These, sei es in der Fiktion dieses Romans oder in der heutigen Wirklichkeit eines Staates, dessen Rüpelhaftigkeit nicht nur durch den aktuellen Skandal um den US-Geheimdienst NSA demonstriert wird. Eine Nation, in der es mehr Schusswaffen gibt als Einwohner, genau deren raue Mentalität hat Kafka in seinem Roman gekonnt benutzt, um sein Thema zu verdeutlichen, er hätte sich keinen besseren Handlungsort aussuchen können. Bestens passend dazu ist die Schilderung der gigantischen Handelsfirma des reichen Onkels wie auch das nicht minder riesenhafte Hotel «Occidental», und die Krone dieser Monstrositäten ist im letzten Kapitel das «Naturtheater von Oklahoma», für das in einer ebenso kitschigen wie absurden Anwerbeveranstaltung massenhaft Leute gesucht werden. Mit hunderten Posaune blasenden Engeln und Teufeln am Eingang eine deutliche Metapher für das Jenseits, denn trotz aller Gespräche und Prüfungen steht eines vorab schon fest: Genommen wird jeder! Ein toller Roman für Leser, die Absurdes nicht irritiert, die den Faden der Handlung gerne selbst weiterspinnen und sich durch das Fragmentarische mit Wonne zu eigenen Gedankengängen inspirieren lassen möchten.

Der 16jährige Karl Rossmann…

olgica am 17.03.2010

Bewertungsnummer: 2985957

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Der 16jährige Karl Rossmann wird von seinem Dienstmädchen verführt und schwängert dieses dabei. Um einen Skandal zu vermeiden, wird er daraufhin von Deutschland nach New York zu seinem Onkel geschickt. Genauso naiv wie er sich in dieser Angelegenheit verhielt, benimmt er sich auch in der Neuen Welt. Kurz nach der Ankunft bei seinem Onkel, lässt Karl sich von einem Bekannten zu einem Aufenthalt auf dessen Landsitz überreden, woraufhin ihn sein Onkel nicht mehr bei sich haben will. Karl beschließt darauf sein Glück im Westen zu suchen. Doch unterwegs trifft Karl auf zwei zwielichtige Männer die ihn überreden sich ihnen anzuschließen. Dass die Männer ihn nur ausnutzen merkt der Jugendliche nicht und seine Lage verschlimmert sich immer mehr. Das Buch war mein erstes von Franz Kafka und ich war überrascht wie leicht es zu lesen war. Hatte ich doch mit einer weitaus negativeren und "kafkaesken" Prosa gerechnet. Der Schreibstil war flüssig und die Geschichte verlief leicht und unterhaltsam. Kafka bedient sich einer schönen, schnörkellosen Sprache, welche gut mit der Aussage des Romans harmoniert. An seinem Stil lässt sich auch ermessen, dass das Buch bereits vor einigen Jahrzehnten verfasst wurde. Die Thematik ist nichtsdestotrotz aktuell, wenn es auch die Rahmenbedingungen und Lebensweise nicht mehr ist. Der Protagonist hat mich mit seiner grenzenlosen Naivität an vielen Stellen genervt, da er aus seiner Gutgläubigkeit nie etwas gelernt hat, obwohl er dadurch oft Nachteile erlitt. Obwohl die Lektüre Spaß machte, hat sie oft auch Unbehagen bereitet, ob des unbeholfenen Protagonisten und der schlechten Menschen, welche dessen schwachen Charakter ausnutzen. Dieses Verhalten spiegelt gut die Natur des Menschen wider und bezeugt auch, dass zur Ausbeutung immer zwei Seiten gehören - Täter und Opfer.

Der 16jährige Karl Rossmann…

olgica am 17.03.2010
Bewertungsnummer: 2985957
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Der 16jährige Karl Rossmann wird von seinem Dienstmädchen verführt und schwängert dieses dabei. Um einen Skandal zu vermeiden, wird er daraufhin von Deutschland nach New York zu seinem Onkel geschickt. Genauso naiv wie er sich in dieser Angelegenheit verhielt, benimmt er sich auch in der Neuen Welt. Kurz nach der Ankunft bei seinem Onkel, lässt Karl sich von einem Bekannten zu einem Aufenthalt auf dessen Landsitz überreden, woraufhin ihn sein Onkel nicht mehr bei sich haben will. Karl beschließt darauf sein Glück im Westen zu suchen. Doch unterwegs trifft Karl auf zwei zwielichtige Männer die ihn überreden sich ihnen anzuschließen. Dass die Männer ihn nur ausnutzen merkt der Jugendliche nicht und seine Lage verschlimmert sich immer mehr. Das Buch war mein erstes von Franz Kafka und ich war überrascht wie leicht es zu lesen war. Hatte ich doch mit einer weitaus negativeren und "kafkaesken" Prosa gerechnet. Der Schreibstil war flüssig und die Geschichte verlief leicht und unterhaltsam. Kafka bedient sich einer schönen, schnörkellosen Sprache, welche gut mit der Aussage des Romans harmoniert. An seinem Stil lässt sich auch ermessen, dass das Buch bereits vor einigen Jahrzehnten verfasst wurde. Die Thematik ist nichtsdestotrotz aktuell, wenn es auch die Rahmenbedingungen und Lebensweise nicht mehr ist. Der Protagonist hat mich mit seiner grenzenlosen Naivität an vielen Stellen genervt, da er aus seiner Gutgläubigkeit nie etwas gelernt hat, obwohl er dadurch oft Nachteile erlitt. Obwohl die Lektüre Spaß machte, hat sie oft auch Unbehagen bereitet, ob des unbeholfenen Protagonisten und der schlechten Menschen, welche dessen schwachen Charakter ausnutzen. Dieses Verhalten spiegelt gut die Natur des Menschen wider und bezeugt auch, dass zur Ausbeutung immer zwei Seiten gehören - Täter und Opfer.

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