Die hier vorgelegte deutsche Übersetzung (von Heinz Kappes, Rolf Hinder und Jürgen Genings) hat als Vorlage Sri Aurobindos tiefschürfende Sanskrit-Übertragung (ins Englische), die sowohl dem philosophisch anspruchsvollen als auch dem sich herantastenden Leser einen strikt am Original orientierten, dennoch leicht verständlichen und ausschöpfenden Text in zeitgemässer Sprache bietet.
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Christian Andreas Senn
aus Aarau
5/5
24.04.2019
Buch (Paperback)
Der Gesang Gottes
Die Sprache der Gita, ihre Denkstruktur, die Art, wie sie die Gedanken kombiniert und miteinander ausgleicht, passen weder zum Temperament eines sektiererischen Lehrers noch zum Geist einer streng analytischen Dialektik, die einen Gesichtswinkel der Wahrheit herausschneidet, um dann alle anderen auszuschliessen. Vielmehr bewegen sich hier die Gedanken in einem weiten, die Wahrheit mit seinen Wogen umkreisenden Fluss, der ein grenzenloses synthetisches Bewusstsein und reiche synthetische Erfahrung offenbart. Die Gita ist keine Waffe für dialektische Kriegsführung. Sie ist ein Tor, das Zugang zur ganzen Welt spiritueller Wahrheit und Erfahrung verschafft. Der Überblick, den sie uns gewährt, umfasst alle Gebiete dieser erhabenen Region. Sie stellt sie "kartografisch" dar, aber sie zerschneidet sie nicht durch Mauern oder Zäune, die unsere Schau begrenzen. Wenn wir die Gita studieren, wird demnach unser Ziel nicht eine scholastische oder akademische Erforschung ihres Denkens sein, auch nicht die Einordnung ihrer Philosophie in die Geschichte der metaphysischen Spekulation. Auch werden wir mit ihr nicht auf die Art des analytischen Dialektikers umgehen. Wir nahen uns ihr, um von ihr Hilfe und Licht zu empfangen. Unsere Absicht muss sein, ihre wesentliche und lebendige Botschaft, also das in ihr zu unterscheiden, was sich die Menschheit für ihre Vervollkommnung und für ihr höchstes spirituelles Wohlergehen zu eigen machen muss.